Der HR-Business-Partner ist ein zentraler Baustein im Erfolg der Personalwirtschaft! In Kienbaums Studie zur Strategie und Organisation der HR-Funktion, die gemeinsam mit SAP durchgefรผhrt wurde, benennen mehr als zwei Drittel der Befragten die Optimierung ihres Struktur-/Betriebsmodells als ihr aktuelles Kernprojekt. Damit liegt dieses Projekt "Struktur-/Betriebsmodell" insgesamt an dritter Stelle nach einer "Digitalisierungsoffensive in HR" und einer Verbesserung des Prozesses "Sourcing & Recruiting". Und das 20 Jahre, nachdem das Ulrich-Modell mit den drei Sรคulen Kundenfunktion, Experteneinheit und Shared Services entwickelt wurde. So Walter Jochmann in einem Gastbeitrag auf meinem Blog. Die Gewinner der Zukunftsausrichtung mit kumuliert รผber zwei Drittel der Befragten sind ergo der Mehr-Sรคulen-Ansatz, Ambidextrie โ also die Trennung von Kern- und Innovationsgeschรคft โ und agile Struktur.
Dilemma des administrativen HR-Experten

Wir passen uns nicht flexibel genug unseren Kunden, deren Realitรคt, den Mรคrkten und unseren Zielgruppen an. Die Personalfunktion leidet am Klischee von โzu bรผrokratisch, zu langsam, keine Ahnung vom Geschรคftโ. Wir haben keine Business-Kompetenz. 2/3 unserer Arbeit besteht aus rein personaladministrativen Prozessen, deshalb kรถnnen wir nicht strategisch wahrgenommen werden.
Die Rolle desย HR-Business-Partners steht und fรคllt mit ihrer Interaktionsfรคhigkeit und mit dem Verstรคndnis fรผr das Business!
Fรผr die Transformation in den Unternehmen sehen uns weniger als 10 % der Unternehmenslenker als den richtigen Ansprechpartner. Wir konzentrieren uns heute auf Steuerung, Organisation, Administration. Und das erbringen wir in einer Form von HR als Expertenfunktion, dienend und mit hoher Ausprรคgung an Kunden- und Serviceorientierung.
drei Dave-Ulrich-Modelle
Dave Ulrich hat nicht nur ein Modell entwickelt, sondern eine ganze Reihe davon, etliche wurden auch รผberarbeitet und sind mit Modernisierungen an die Zeit angepasst worden. Beispielsweise wird heute mit dem Dave-Ulrich-Modell das heute populรคre Drei-Sรคulen-Modell synonym bezeichnet. Seine erste Fassung beschrieb Prof. Ulrich noch mit einem Vier-Sรคulen-Modell, bei dem das "Field HR" eine exponierte Rolle bekam. Praktisch ist dieses Modell stets unklar gewesen, insbesondere was die Rollendefinition und Abgrenzung zwischen dem Shared-Services fรผr die rein transaktionellen Themen sowie dem HR-Business-Partner fรผr die strategischen Themen angeht. Die konkreten Implementierungen in den Unternehmen scheiterten in der Wirksamkeit genau daran. Die HR-Business-Partner, in vorigen Rollen als generalistische HR-Referenten tรคtig, verstanden nicht was Strategie ist und wieso ihre leibgewonnenen Tรคtigkeiten nun von einem Centers of Expertise oder einem Shared-Service-Center รผbernommen werden.

Es war einmal ein HR-Referent
Frรผher โ und auch heute noch in vielen Unternehmen โ gab es den HR-Generalisten. Diese Referentin bzw. dieser Referent in der Personalabteilung รผbernimmt im Wesentlichen die Mitarbeiterbetreuung. In diesem Profilset wird allgemeines Wissen erfordert. Man findet in gรคngigen Stellenanzeigen die Anforderung, diese Person mรถge รผber Arbeitsrecht Bescheid wissen, gute Erfahrung im Umgang mit Vertragsrecht, Betriebsverfassungsgesetz sowie in der gesetzlichen Mitbestimmung besitzen. Diese Generalisten betreuen die Personaleinstellung ebenfalls, wie Leistungsbeurteilungs- und Gehaltsentwicklungsprozesse. Auch Learning- und Development-Prozesse fallen in vielen Beispielen in das Verantwortungsgebiet des HR-Generalisten. In seltenen Fรคllen fallen Payroll-, Gehaltsabrechnungs- oder Pensionsthemen an. Der HR-Generalist ist also Ansprechpartner von der Wiege โ Recruiting โ bis zur Bahre โ Kรผndigung oder Austritt โ. Das Profil kennzeichnete einen guten HR-Referenten durch das generelle Tรคtigkeitsfeld sowie immanente Serviceorientierung.
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Human-Resources-Business-Partner
Einer der zentralen Bausteine von Dave Ulrich ist der HR-Business-Partner als Funktion. Nehmen wir eine Erkenntnis vorweg: die Rolle steht und fรคllt mit ihrer Interaktionsfรคhigkeit mit dem Business. Haben Sie in Ihrer Personalabteilung die gleichen serviceorientierten Verwalter, wird Ihre Transformation nicht gelingen. Stellen Sie die hรถchsten Ansprรผche an Strategieverstรคndnis, Gestaltungswillen, Kommunikationskompetenz und Interaktionswillen. Und finden Sie die Persรถnlichkeiten, die diese Rolle zielgerichtet mit Leben fรผllen kรถnnen.
Das Modell von Prof. Dave Ulrich sollte dem Enablement der Organisation dienen und die Wandlungs- und Modernisierungsfรคhigkeit fรถrdern. Der Fokus lag mehr auf dem Verรคnderungsmanagement und damit auf "Change the Business", als auf die typischen transaktionalen Elemente im Alltag eines HR-Generalisten, die noch heute typisch sind.

Fรผr die HR-Business Partner selbst geht ihre neue Funktion mit einer erhรถhten Entscheidungskompetenz einher, genauso mit gesteigerten finanziellen Ressourcen fรผr den HR-Bereich und vor allem mit einem Imagewechsel, verbunden mit einem erhรถhten Einfluss der HR-Abteilung innerhalb des gesamten Unternehmens. Genau fรผr diesen Change und die Beratungsqualitรคt wurde der HR-Business-Partner ins Leben gerufen, aber wir finden in Deutschland nicht eine einzige โreineโ Dave-Ulrich-Struktur. Alle implementierten Modelle sind angelehnt an diese Logik, aber eben stark individualisiert und auf die Unternehmensspezifika ausgerichtet. Dadurch verliert das Modell seine Effektivitรคt und seine Wirksamkeit. Es wurde total verwรคssert und mit profanen Alltagsroutinen aufgeladen mit Elementen, die eigentlich qua Organisationsdesign standardisiert und in ein Shared-Services gehรถren. Auch ein Punkt, dass im Design vieles aus der alten Referenten-Rolle beim Business-Partner verbleibt und in der Transformation letztlich hier die nรถtige Konsequenz fehlt, solche Fehldesigns zu vermeiden. Die Zahnlosigkeit der Rolle des HR-Business-Partners ist auch ein Fehler dieses inkonsequenten Designs.
Reaktive Personalarbeit braucht keinen HR-Business-Partner
Das Erbe von HR ist die operative Ebene
Das inkonsequente Design dieser HR-Organisationen ist Kern des Fehlers. Wieso eigentlich? HR wird traditionell geschรคtzt fรผr das Minimieren von Risiken, Einhalten von Regeln (Gesetzen, Verordnungen, Vereinbarungen), schneller Reaktionszeit und der Zufriedenheit unserer internen und in vielen Fรคllen auch externen Kunden. Das flexible Reagieren auf Zuruf ist ebenfalls in unserer DNA und somit in der Wertschรคtzung unserer Kunden weit oben. Wir haben diese Komfortzone nie richtig verlassen. Das ist die DNA der Personalerwelt und neue Kollegen wurden stets schnell damit sozialisiert. Auch ein fรผr manche Personaler abstraktes neues Organisationsmodell wurde schnell weggeatmet, weil das Business dies auch schwerlich akzeptierte. Der Bereichsleiter konnte immer bei "seiner" HR-Referentin anrufen und Themen dort abladen. Und nun gibt es aus seiner Sicht komplexe Strukturen, kein "one face to the customer", Ablรคufe, die man nicht mehr beeinflussen kann, eine Standardisierung, fรผr die das eigene Verstรคndnis gering ist. Und damit รผberlebt der alte HR-Generalist im Kleid des HR-Business-Partners bis heute. Mal ehrlich, Hand aufs Herz: welcher HR-Business-Partner hat rein strategische Themen auf dem Tisch? Sie stecken doch knietief im operativen Alltag.
Ihre HR-Transformation scheitert, wenn Sie nur auf Effizienzgewinne ausgerichtet ist
Weitere Grรผnde fรผr eine geringere Wirksamkeit des DU-Modells: die HR-Transformationen fokussieren oft zu sehr das Erreichen von Effizienzgewinnen und Kostenreduktion. Diese werden somit vom Sekundรคrziel zum Primรคrziel, dabei fรคllt der strategische Aspekt des Modells von der Agenda. Wir beobachten diesen Fehler im Scoping nahezu รผberall! Die statische Umsetzung des Drei-Sรคulen-Modells nach Prof. Ulrich fรผhrt in vielen Fรคllen zur Siloisierung, diese wiederum fรผhrt zu Hierarchie und diese befรถrdert Trรคgheit. Und fรผr diese Trรคgheit, Prinzipien- und Richtlinientreue, auffรคllig geringe Flexibilitรคtsbereitschaft und langsame Reaktionszeit ist HR doch bekannt. Wir sind in den HR-Organisationen derzeit sehr starr, viel zu wenig flexibel und reagieren nur langsam, evtl. zu langsam, auf sich wandelnde Anforderungen.
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Die HR-Business-Partner sind heute gut im Tagesgeschรคft, aber schwach im Strategischen. Ich habe es oben schon erwรคhnt: die Wirksamkeit des HR-Business-Partners steht und fรคllt mit seiner Interaktionsfรคhigkeit, seinem Gestaltungswillen und der Kommunikationskompetenz. Die Aufgaben der HR-Business-Partner sind oftmals viel zu operativ ausgerichtet, enthalten eine viel zu hohe Last an transaktionalen Themen, haben kaum Gestaltung und kein Business-Enabling. Schlichtweg: wir sind nicht am Tisch, wenn รผber unsere Themen gesprochen wird. Und schauen Sie sich die Fortbildungen an. Die meisten HR-Business-Partner kรถnnen mehr in Arbeitsrechtsthemen mitreden als in den klassischen Change-Management-Aspekten.
Vom Personalwesen zum Talent-Team
Mehr Koch als Kellner oder vom Verwalter zum Gestalter โฆ
Der Anspruch an die Tรคtigkeit im Personalwesen und der erwรผnschte Wertbeitrag durch die Personalabteilung ist in den letzten 50 Jahren massiv gestiegen. Wรคhrend man zu Beginn der wirtschaftlichen Tรคtigkeit um 1900 rum die Personalabteilung noch als administrative Einheit verstand, die im Wesentlichen Entgelt-Themen (Entgeltpolitik; Lohnformen, Entgelt-Auszahlung) betreute, ist der Anspruch und Wirkungsgrad heutiger HR-Bereiche deutlich รผber diesen Ansatz hinaus gewachsen. In nicht wenigen Unternehmen ist die Payroll, die eben vor vielen Jahrzehnten noch der Kern der Aufgabe war, heute an einen externen Dienstleister outgesourct. In der Theorie und wissenschaftlichen Lektรผre besteht die Hauptaufgabe des Personalwesens in der Bereitstellung, dem Einsatz und der Entwicklung des Personals. In der Realitรคt haben sich die Aufgaben doch massiv verbreitert und die Verantwortung fรผr die Handlung des HR-Bereichs deutlich weiterentwickelt. Das gibt stets Anlass, รผber die Entwicklung der Aufgaben der Personalabteilung zu schreiben.
Ob man die Personalverwaltung nun Personaladministration, Personalabteilung, Human-Resources, People-Management oder Talent-Management im weitesten Sinne bezeichnet: deutlich wird hierbei, dass sich die traditionellen Tรคtigkeiten massiv verbreitert und erweitert haben. Auch das Profil des HRlers ist evolutioniert. Weg vom Verwalter und hoch serviceorientierten Prozesserfรผller hin zum ergebnisorientierten Prozessgestalter und Wertbeitragsbringer. Dafรผr stand das Dave-Ulrich-Modell bei seiner Einfรผhrung. Den strategisch notwendigen Beitrag des Personalwesens zur Unternehmensstrategie zu ermรถglichen. Wir haben nicht nur in der Personalgewinnung, Personalentwicklung, Nachfolge-Planung und Fรผhrungskrรคfteentwicklung viele Aufgaben รผbernommen, die Kultur sowie die Fรผhrungsstile und -prinzipien sind ebenso elementar, wie die Gleichberechtigung und der sinnvolle Mix unterschiedlicher Sichtweisen und รberzeugungen, was mit Diversity-Management en vogue geworden ist, aber รผber die Geschlechterbalance deutlich hinausgeht.
Faktisch sind wir im HR ein Gemischtwarenladen
Wir Personaler sind kein ernst genommener Gesprรคchspartner in der Breite der Unternehmen. Lange haben wir uns als reine Administratoren von Gehaltszahlungen verstanden. Dann, als Jack Welch anfing, uns den angelsรคchsischen Begriff des Human Resources รผberzustรผlpen, die Hilton Group aus ihrem "Personal Department" ebenfalls das "Human Resources" machte, folgten konsequentes Shareholder-Value und Effizienztaktiken in der Unternehmensfรผhrung. Sicherlich ist die Mitarbeiterorientierung in den Zeiten der Achtziger bis heute viel grรถรer geworden. Wir verwalteten aber nicht mehr nur rein administrative Ablรคufe, sondern investierten schon mehr Energie in wertschรถpfende Ablรคufe. Die Personalentwicklung wurde ebenfalls populรคrer. Das war so um 1985/1990 der Fall, die prรคdigitale HR war geboren. Wir kรผmmerten uns um die Personalbeschaffung, waren enger in die Personalbetreuung und Personalentwicklung eingebunden, รผbernahmen mehr Verantwortung bei der Frage, mit welchen Kompetenzen muss ein Mitarbeiter heute und in Zukunft ausgestattet sein, um die Erwartungen zu erfรผllen. Rollen- und Laufbahnmodelle wurden entwickelt, Kompetenzsysteme sind damit verbunden worden, Zielvereinbarungen und Kompetenz- und Leistungsbeurteilungen wurden eingefรผhrt, um die strategischen und die weichen Faktoren des Wertbeitrags zu messen und zu honorieren. Der Gestaltungsspielraum der Personalabteilung im Wandel zum Human Resources hat vielen Altgedienten eine Menge abverlangt. Und wir sind noch lange nicht am Ende unserer Reise.
Und doch stehen wir heute an einem Punkt, wo viele dieser Errungenschaften รผber die letzten gut 40 Jahre weithin als misslungen betrachtet werden. Der Fairness halber muss man sagen, dass mit den Erkenntnissen von heute die Entscheidungen aus den Jahren 1985-2010 kaum objektiv zu bewerten sind. Schauen wir noch vorne. Wahnsinnig intensiv diskutiert die HR-Welt รผber ihre Rolle der Gegenwart und der Zukunft. Die Gegenwart soll nicht mehr bรผrokratisch, ahnungslos und zu langsam sein, die Zukunft hingegen geprรคgt von Agilitรคt, Daten-Affinitรคt und Mut. Die gรคngigen Buzzwords sind Holokratie, hybride Modelle, Hyperagilitรคt und so weiter. Die Realitรคt der Personalabteilungen ist an diesem Punkt noch gar nicht angekommen, das zeigt gerade die Corona-Pandemie eindrucksvoll.
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Leider hat sich seit 1985 wenig getan. Faktisch sind wir immer noch Human Resources, dabei ist die Anzahl der Personalvorstรคnde sogar noch zurรผckgegangen. Wir hรคngen am CEO oder CFO und sitzen nicht mit am Tisch. Wer in der HR-Leitung oder im Vorstand hat denn eine ausgeprรคgte Orientierung fรผr Kultur, Fรผhrung und die Menschen? Viele Personalvorstรคnde kommen gar nicht originรคr aus dem Personalwesen, haben zumeist einen juristischen Hintergrund, was die Lรผcke zu unserem Erbe schlieรt: Arbeitsrecht ist die hervorstechende Qualifikation fรผr Personal. Und genau das hat nichts mit den Herausforderungen dieser Zeit gemein. Wir brauchen Wandler, meinungsstarke Personaler, die sich selbst nicht als operative Arbeitsdrohne betrachten, sondern als Enabler!
Wir haben eine รผber 140 Jahre alte Tradition

Personalwesen โ Human Resources โ People

Wir kommen mit dem Personalwesen aus einer Zeit, in der die klassischen Produktionsfaktoren Boden, Kapital und Arbeit waren. Der Faktor Arbeit war meist eine Belastung in der Bilanz und wurde mit Argusaugen betrachtet. Aus dieser Taktik heraus entstand das "Hire & Fire" zur Bilanzverbesserung, auch ein Gedankengang der Manager aus der Generation von Jack Welch. Menschen galten als Ressource, diese wurden in Excel erfasst und auch als Ressource behandelt. Die Demografie mit dem demografischen Wandel, die Globalisierung und die Digitalisierung haben neben dem Wertewandel zu einem Paradigmenwechsel bei der Personalarbeit gefรผhrt. Der Arbeitsmarkt ist leer an Arbeitskrรคften, daran รคndert auch die Corona-Pandemie nichts. Wir haben keinen originรคr engen Fachkrรคftemarkt oder engen Fรผhrungskrรคftemarkt, wir haben mittlerweile eine breite und flรคchendeckende Knappheit an Arbeitskrรคften in allen Bereichen. Aus dieser Situation heraus sind die ehemals als Ressourcen bezeichneten Mitarbeiter, die immer als Kostenfaktoren galten, zu unserem wichtigsten Produktionsfaktor geworden. Der Mensch ist wieder im Mittelpunkt des unternehmerischen Handelns. Das beschreibt รผbrigens der Terminus New-Work!
HR-Business-Partner reparieren
Sie ahnen es schon, es hilft alles nichts. Wir mรผssen alte Zรถpfe abschneiden. Sie mรผssen fรผr einen extrem hohen Standardisierungsgrad sowie einen sehr hohen Digitalisierungsgrad sorgen. 70-80 % aller HR-Transaktionen sollten standardisiert und digitalisiert sein. Erst dann haben Ihre HR-Mitarbeiter die Luft, um sich mit den wirklich wichtigen transformationalen Themen zu beschรคftigen. Heute fehlt uns die Zeit und die Kraft dafรผr.
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Die wesentliche Frage, die Sie fรผr sich beantworten mรผssen: welches Kompetenz- und Organisationsmodell ist fรผr Ihr Unternehmen passend? Darauf aufbauend kรถnnen Sie Ihre Organisation entwickeln. Die Schwerpunkte dabei sind die folgenden, denn HR-Arbeit dient immer dem Business und ist kein Selbstzweck:
- effektive Fรผhrungskrรคfteentwicklung
- Flexibilitรคt des Talent-Managements, um auf verรคnderte Anforderungen zu reagieren
- Effektivitรคt, die Strategie des Unternehmens durch gezielte HR-Maรnahmen zu unterstรผtzen
- Umgang mit und Adressierung von kritischen Kompetenzlรผcken
- exakte Abstimmung der Personalplanung auf die Unternehmens- und Geschรคftsstrategie
Idealaufstellung der modernen HR-Organisation
Ob Sie nun mit Dave Ulrich arbeiten wollen oder mit dem Modell des Diamanten von Kienbaum oder mit einem agilen Modell von HR Pepper und anderen โ der Markt ist voller guter Ideen, wie die Effektivitรคt Ihrer Personalabteilung gesteigert werden kann. Progressive Modelle finden Sie รผbrigens eher bei den Beratungsboutiquen. Gehen Sie zu den groรen Beratungen, erhalten Sie natรผrlich exakte Methoden und gute Modelle, aber Sie sind weniger progressiv unterwegs.
Mein Rat ist: Sie werden keine reine Selbstorganisation der hierarchielosen Personalabteilung hinbekommen. Reflektieren Sie genau, was fรผr Ihr Unternehmen richtig und wichtig ist. Dabei hilft zu Beginn sicherlich ein guter Workshop. Denn wenn Sie den Wunsch verspรผren, auf reine Agilitรคt umzustellen, gehen Sie vielleicht am Kern des Problems deutlich vorbei.
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Hier mal ein gutes und probates Modell fรผr Ihre HR-Organisation:

Ziel von HR ist das Business! Was wir tun, muss einen Wertbeitrag zur Unternehmensstrategie liefern. Im Dave-Ulrich-Modell ist der HR-Business-Partner der Single-Point-of-Contact. Alle kommunikativen Maรnahmen sollten รผber ihn kanalisiert werden. Dies bedeutet, Sie haben einen HR-BP pro Unternehmensbereich, Niederlassung oder Zweig. Aber eben nicht 10, 20 oder 50! Der Erfolg der HR-Arbeit in diesem Modell ist maรgeblich mit der Person auf dieser Rolle verbunden. Hat sie neben der Kompetenz in HR-Fragen die richtige Haltung, Souverรคnitรคt und Persรถnlichkeit, gepaart mit starker Kommunikationskompetenz? Das ist die zentrale Frage. Nicht jeder HRler passt in diese Anforderungssilhouette.
Denn ein Groรteil der Aufgabe eines HR-beinhaltet Change-Management. Der Weg muss heraus aus der durch unsere Kunden liebgewonnenen Kunden- und Serviceorientierung sein. Die Fachbereiche sehen meist in den von HR offerierten Services keinen echten Mehrwert. Wieso auch. Fragen Sie ernsthaft, wer Mitarbeiter-Kompetenz hat, melden sich Fรผhrungskrรคfte aller Bereiche. Nur wir HRler sind zu selbstkritisch, sind es aber doch wir, die genau diese Kompetenz in uns tragen. Und seien wir auch stolz auf die Standards: wir sind, bspw. bei der Gehaltszahlung, den Zeugnissen und Arbeitsvertrรคgen etc., die einzigen im Unternehmen, die das kรถnnen. Also sind wir erster Ansprechpartner eher aus diesem Merkmal heraus als aus der Betrachtung, man bekรคme bei uns den besten Service!
Mehr Einfluss fรผr die Business-Partner oder fรผr die CoEs?
Ich schwanke noch, wie man mit dem SPOC-Modell innerhalb von Dave Ulrich umgehen sollte. Der Single-point-of-contact ist sicherlich genau das, was die Fachbereiche sich wรผnschen. Doch wie passt das zusammen, wenn leistungsfรคhige Shared-Services-Einheiten dadurch รผbergangen werden oder hoch kompetente Centers-of-Expertise ebenfalls auรen vor gelassen werden? Wir kranken im Alltag genau an diesem Stille-Post-Prinzip. Da sitzen kompetente Recruiterinnen und Recruiter, aber mit dem Fachbereich redet der HR-Business-Partner, der frei nach Dunning-Kruger meint, er trage auch in Recruitingfragen die Gewissheit der richtigen Antwort. Sollte der HR-Business-Partner mehr Einfluss bekommen oder rรผcken die CoEs gleichberechtigt in der Interaktion mit den Fachbereichen auf? Tendenziell glaube ich, dass die Disziplinen insgesamt in der Interaktion mit unseren Kunden stรคrker an Gleichberechtigung gewinnen mรผssten. Wenn wir das nicht anpassen, klappt das ganze Organisationsmodell in sich zusammen. Also raus aus der Sรคule und ran an den Kunden. Die Disziplinen mรผssen auf jeden Fall stรคrker ran an die Fachbereiche. Nur die erlebte Vielfalt der HR-Services werden die Wertschรคtzung erhรถhen.
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Noch nie habe ich erlebt, dass ein Fachbereich auf den SPOC schwรถrt, wenn er besseren Rat durch kompetente Vertreter aus den Fachbereichen erhรคlt. Das Adressieren eines Begehrs soll ja gerne direkt beim zustรคndigen HRBP geschehen, doch alle Bereichsegoismen mรผssen anschlieรend einem produktiven und professionellen Miteinander fรผr unseren Kunden weichen. Wenn wir diese Egoismen nicht hinten anstellen, scheitern wir schon hier bei รผberschaubarer Komplexitรคt!
Das HR-Organisationsmodell โ3 Sรคulen plusโ nach Dave Ulrich verkรถrpert sicherlich am Besten die Kompetenzen der HR-Welt, unser Bedรผrfnis erstklassiger Transaktionen und Services mit dem notwendigen Gestaltungswillen das Unternehmen fit fรผr die Digitalisierung aufzustellen, so Walter Jochmann bei der Kienbaum-Jahrestagung.
gestiegene HR-Komplexitรคt muss mit den folgenden Instrumenten angegangen werden
Die Herausforderungen und konkreten Maรnahmen liegen auf der Hand:
- Steigerung der Fรผhrungs- und Managementqualitรคt
- Etablierung einer modernen Fรผhrungs- und Unternehmenskultur
- Etablierung einer Feedback- und Fehlerlernkultur
- Unterstรผtzung der Fachbereiche beim Change (New-Work, Flexibilitรคt, Digitalisierung)
- Sicherstellung hoch qualitativer Standard-Prozesse
- Etablierung von New Work (beinhaltet die Arbeitsumgebung ebenso, wie Flexibilitรคt von Arbeitszeit und -ort)
- Etablierung eines neuen Performance-Management-Prozesses (Entkopplung von Performance-Rating und variabler Vergรผtung
Wir haben also noch eine Menge zu tun! Sie wollen noch einen guten Rat? Lรถsen Sie sich von dem Bullshit-Buzzword-Bingo. Alle Modelle, ob Dave Ulrich, Diamant, agile, holokrate oder ambidextre Organisationsformen stehen alle unter einem Vorbehalt, vermutlich in Ermangelung entsprechender Expertise. Aber wenn schon der Begriff alleine negativ behaftet ist, starten Sie schon mit Rรผckstand Ihr Rennen. Geben Sie Ihrer Transformation ein Leistungsversprechen und unternehmensspezifischen Terminus.
Mein Dogma: Meine gute HR-Arbeit gibt Ihnen Zeit fรผr Ihre!
Beste Grรผรe
Ihr Marcus K. Reif

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