Willkommen auf dem Blog von Marcus K. Reif | Tel. 0700 marcusreif

Corona wird uns noch lange begleiten. Bis die ganze Welt ein Maß an Immunität erreicht hat, wird es noch Jahre brauchen. Gesundheitsminister Spahn hat uns bereits nahe gelegt, dass der Mindestabstand wichtig bleibt, Masken angebracht sind, wo er nicht eingehalten werden kann, dass in den Raum hinein Husten unangebracht ist und wir intensiv der Hygiene nachgehen sollten, dabei ist sehr häufiges Händewaschen gemeint. Wir werden Arbeitsplätze sehen, die viel stärker auf Abstand gestellt werden, die in gewissen Setups an Trennwänden mit Plexiglasscheiben haben werden. Seife, Handtücher und Desinfektionsspender werden ebenso wie Masken zum Alltag gehören. Meetingräume werden nur genutzt werden, wenn man sie lüften kann.

Dienstreisen werden wir deutlich weniger erleben. Das ist ein guter Beitrag zum OPEX-Management, um die Betriebskosten zu senken. Meetings werden in Zukunft mehr virtuell abgehalten werden, was eine gänzlich andere Routine erfordert. Auch eine ganz andere Tagesplanung. Ich bin super gespannt drauf. Auch ich benutze oft die Floskel, wenn wir wieder “back to normal” sind. “Normalität” wie wir sie kannten wird es nicht mehr geben. Wir bekommen eine Neo-Normalität. Die Wirtschaft wird sich neu sortieren und neu ordnen. Führung, Kompetenzen, Arbeitsstrukturen, Arbeitsweisen und Arbeitsorganisation, neue Werte und eine völlig neue Form der Zusammenarbeit und des Miteinanders.

Sinnvolle Meetings

Vielleicht ist es nur mein Gefühl. Zu den virtuellen Meetings kommen wir gleich. Ich nehme Meetings viel kooperativer und zielorientierter wahr. Klar, der Grad der Angespanntheit ist hoch, das merkt man. Dennoch überwiegt für mich der Sinn in den Meetings. Jemand beschreibt sein Begehr, das Maß an Empathie ist hoch, es gibt ein greifbares Verlangen nach emotionaler Nähe und Akzeptanz. Die Isolation tut was mit uns. Sagen wir, Empathie ist eines der Elemente, welches wir für die Zukunft übernehmen sollten.

Meine Hoffnung ist, dass sich Meetings erledigen, in denen total gestresste Menschen reinkommen, ihr Notebook aufklappen und das Meeting eher als Hintergrundmelodie für ihr Getippe verstehen. Make sure that you are there, when you are there!

Virtuelle Meetings

Videocalls sind also endlich in der Breite der Gesellschaft angekommen und akzeptiert. Machen Sie das beste draus. Stellen Sie sicher, dass, wenn Sie teilnehmen, Sie auch da sind. Das ist essenziell.

Die Lufthansa befürchtet, dass die Inlandsflüge nicht mehr zurückkommen werden. Die Corona-Zeit zeigt sehr eindrücklich, wenn man nur will, lässt sich so ziemlich alles virtuell erledigen. Und ich sehe es selbst bei mir im Job: wo früher telefoniert wurde, wird heute per Facetime angerufen. Man arrangiert sich!

Homeoffice

Also das, was wir gerade tun, hat ja wirklich gar nichts mit Homeoffice zu tun. Viele Familien sind zu Hause isoliert, viele arbeiten von zu Hause aus, die Kids sind mit dabei, Homeschooling auf der einen Seite, konzentriertes Arbeiten auf der anderen. Das Gefühl, die Decke fällt einem auf den Kopf. Wir haben derzeit alles – nur kein Homeoffice! Das ist Pandemie-Office, wie es in der Kolumne bei t3n so vielsagend steht: Warum das, was wir gerade machen, eben kein Homeoffice ist.

Zwei Drittel der Arbeitnehmer würden auch nach der Corona-Krise gern mehr Home Office als vor der Krise machen

Bayerische Forschungsinstitut für Digitale Transformation (BITD). Quelle: businessinsider.de/…/repraesentative-umfrage…/

Letztlich haben aber auch die größten Zweifler erkannt, dass man weite Teile der kaufmännischen Aufgaben von zu Hause erledigen kann. Ohne die Bereitschaft vieler, von zu Hause aus zu arbeiten, ginge es den Firmen noch schlechter. Für mich ist das eine Erkenntnis: Arbeit von zu Hause aus funktioniert. Die digitalisierte Arbeitswelt führt uns nun täglich vor Augen, dass man ab und von zu Hause durchaus vernünftig und produktiv arbeiten kann. Das wird bleiben, weil es auch ein guter Beitrag zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist.

Führung aus der Distanz

Nicht alle haben das Privileg einer Karriere im Consulting. Dort ist Führung aus der Distanz schon seit einem Jahrzehnt stilbildend. Wie so vieles im Consulting, glaube ich auch hier, dass man als Personaler eine Menge vom Consulting lernen kann. Das hohe Maß an Ziel- und Resultatorientierung, die hohe Problemlösungskompetenz, die Geschwindigkeit und die Attitüde für “no bullshit”.

Führen aus dem Homeoffice oder aus dem Büro ins Homeoffice hinein erfordert Vertrauen. Für Micromanager ist das kaum zu schaffen, denn sie wollen permanent die Kontrolle über alles, was gerade geschieht. Für Micromanager ist COVID-19 eine Grenzerfahrung für ihren Führungsstil.

Flexibilität

Ich wünsche mir so sehr, dass die von beiden Seiten aus gerne genutzte Flexibilität sich auch im Post-COVID-19-Alltag bewahren lässt. Eins ist klar, COVID-19 muss den Durchbruch für flexible Arbeitsmodelle bringen. Das typisch deutsche System aus einem Achtstundentag mit Arbeit von 8-12 Uhr und von 13-17 Uhr ist anachronistisch und wenig zeitgemäß. Ich sehe Menschen morgens um halb sieben arbeiten, abends um 21 oder 23 Uhr noch E-Mails bearbeiten, dazwischen Zeit für die Kinder nutzen. Wenn wir es schaffen, die Balance zu halten und auf einen täglichen Mittelwert von rund acht Stunden produktiver Arbeit kommen, dürfte doch niemand ernsthaft opponieren. Außer natürlich die Dinosaurier unter den Führungskräften, die glauben, 10-12 Stunden am Tag am Schreibtisch zu hocken hätte irgendeine relevante Aussage zur Performance.

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Abstand wird unsere Alltagsmaxime sein. Meetings werden virtuell stattfinden. Meetings werden einer neuen Kultur folgen. Dienstreisen nehmen stark ab. Führung wird sich sowieso mehr auf transformationales Leadership orientieren und mehr auf Distanz funktionieren. Die Wirtschaft wird sich neu sortieren und neu ordnen. Führung, Kompetenzen, Arbeitsstrukturen, Arbeitsweisen und Arbeitsorganisation, neue Werte und eine völlig neue Form der Zusammenarbeit und des Miteinanders.

Beste Grüße und bleiben Sie gesund

Ihr Marcus K. Reif


 SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard 

Und an dieser Stelle noch der Hinweis auf das aktuelle Dokument zu den SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandards:

sars-cov-2-arbeitsschutzstandard

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