Jeder möchte durch seine Bewerbung den besten Eindruck hinterlassen, möchte auffallen, möchte neugierig machen. Die Bewerbung ist der erste Schritt zu einem persönlichen Gespräch. Deshalb ist sie so essenziell. Teil der Bewerbung – und vermutlich der wichtigste – ist der Lebenslauf. Viel Aufwand wird in ihn gelegt, siehe auch “der europäische Lebenslauf“.

CV is dead! Der Lebenslauf ist tot! Ein historisches Artefakt Klick um zu Tweeten

Der Lebenslauf ist tot

CaptureIm Spiel um Wahrnehmung ist der Lebenslauf leider tot. Der Lebenslauf ist ein historisches Artefakt. Der Lebenslauf lebt nicht. Der Lebenslauf ist eine starre Darstellung, wo Sie in Ihrem Leben waren. Interessant ist doch, was Sie gemacht haben, was Sie erreicht haben, was Sie relevant macht für Ihren gewünschten Arbeitgeber. Deshalb sollten wir den Lebenslauf weiterentwickeln. Er ist Teil der Bewerbung, nicht die Bewerbung selbst. Heute geht es viel mehr darum, aus der Menge hervorzustechen. Ihre Bewerbung muss für den Recruiter und für den Fachbereich relevant sein. Erzählen Sie nicht nur wo Sie waren, erzählen Sie was Sie machten und machen. Erzählen Sie, warum Sie das taten, was Sie taten. Erzählen Sie eine Geschichte! 

Die Art und Weise, wie Personal gefunden wird, hat sich fundamental gewandelt Klick um zu Tweeten

überzeugende Bewerbung

Eine wirklich überzeugende Bewerbung ist kein Hexenwerk. Doch im Alltag sehe ich so viele vermeidbare Fehler. Bewerbungen, die inkl Anlagen locker die 10-MB-Grenze sprengen. Anschreiben an eine andere Firma oder Anrede an unbekannte Damen oder Herren. Oder ein völlig fehlender Bezug auf das Unternehmen und/oder die ausgeschriebene Stelle. Sorgfalt steht sicherlich über allem. Neben einer akkuraten und vollständigen Bewerbung darf die Geschichte eben nicht fehlen. Und tun Sie den Recruitern wirklich den Gefallen. Niemand mag es, die Bewerber, die den Weg zu den Unternehmen gefunden haben, mit lästigen Nachforderungen nach irgendwelchen Unterlagen oder Zeugnissen zu behelligen. Doch eine vollständige Bewerbungsunterlage gehört nun mal zu einem guten Bewerbungsprozess, an dessen Ende ja doch hoffentlich eine mehrjährige Zusammenarbeit steht. 

Folgende Bausteine formen einen wunderbaren Eindruck von Ihnen im Bewerbungsprozess:

1.) eine Story – erzählen Sie mit Ihrer Bewerbung eine Geschichte

Recruiter wollen über Sie mehr wissen als wann Sie wo waren. Erzählen Sie eine Geschichte. Storytelling ist sowieso eine sehr angesagte Methode. 

Weshalb sind Sie relevant? Weshalb differenzieren Sie sich von anderen? Weshalb sollten Sie den Job angeboten bekommen? Das Gleiche dürfen Sie von den Unternehmensvertretern erwarten. Fesseln Sie ihr Gegenüber mit einer leidenschaftlichen Metapher über Ihren Weg und Ihr Können. Überflüssig, zu erwähnen, aber die Geschichte sollte schon ideal zu der ausgeschriebenen Stelle passen. 

2.) Ihr Business-Netzwerk – Xing und Linkedin bspw. 

Heute – aus welchen Gründen auch immer – ohne Profil auf Xing oder Linkedin durchs Berufsleben gehen ist fast schon kontraproduktiv. Die Plattformen haben beide zusammen rund 15 Mio. Profile von deutschen “Professionals”. Selten in der modernen Arbeitswelt konnte man Wissen schneller kapitalisieren als heute. Die Transparenz über Fähigkeiten in einem Markt ist durch Xing/Linkedin extrem groß. Alle Ihre Erfahrungen und Fähigkeiten können Sie auf Ihrem Profil wunderbar in Ihren beruflichen Kontext setzen. 

Selten in der modernen Arbeitswelt konnte man Wissen schneller kapitalisieren als heute Klick um zu Tweeten

Erzählen Sie kontinuierlich auf diesen Plattformen über Ihre Arbeit, Ihre Perspektiven und Überzeugungen, Projekte, an denen Sie gearbeitet haben und was Sie beruflich alles erreichen konnten. Selbstredend ist es klar, hier keine Unternehmensgeheimnisse auszuplaudern, darum geht es nicht. 

3.) Motivationsschreiben – weshalb sind Sie relevant für den Job? 

Weshalb sind Sie relevant? Und weshalb ist das Unternehmen relevant für Sie? Beide Perspektiven gehören definitiv zueinander. Und wo könnte man schöner diese Geschichte schreiben, weshalb man die Zukunft gemeinsam gestaltet sollte, als im Motivationsschreiben? Natürlich geht auch das Anschreiben für diese “Story”, keine Frage. Mir geht es eher um den Sinn des Contents als die Fülle der Anlagen. 

4.) Differenzieren Sie sich!

Weshalb Sie! Genau diese Frage müssen Sie wirkungsvoll beantworten. Aus welchem Grund hat der Recruiter (und die Firma) gar keinen anderen Grund, als Sie einzuladen und kennenzulernen? Stellen Sie sich diese Frage, bevor Sie auf senden klicken. 

5.) niemand interessiert sich aus professionellen Gründen für Ihr privates Facebookprofil

Das ist eine Mär. Erlebe kaum relevante Führungskräfte, die irgendwelchen privaten Facebookinhalten Bedeutung schenken. Glauben Sie mir, wenn die Führungskräfte von heute zu ihrer Jugendzeit Facebook hätten nutzen können …  :-D 

„Facebook ist ein privates Netzwerk“, sagt Reif. „Im Bewerbungsprozess sollte es keine entscheidende Rolle spielen.“

Eins von mehren meiner Statements in einem Beitrag der Stuttgarter Zeitung

Unterm Strich ist es wichtig, dass Ihre vollständige Bewerbungsunterlage konsistent mit Ihrem Auftritt in den sozialen Netzwerken ist. Ihr Lebenslauf ist nur eine Komponente einer überzeugenden Bewerbung. Für Sie und Ihre Bewerbung steht Ihre gesamte Person, inkl. Persönlichkeit und Wirken, Ihrem Talent und Potenzial, natürlich auch Ihrem Impetus! 

Beste Grüße

Marcus Reif 

Bilderquelle: Screenshot der Google-Bildersuche “Lebenslauf”

verfasst durch Marcus K. Reif

Passionierter Personaler, engagierter Kommunalpolitiker, stolzer Vater und treuer Eintracht-Frankfurt-Fan. Erfahren Sie mehr über mich auf meiner Profilseite. Freue mich auf den Dialog! Und bis dahin gibt es Neues auf Twitter @marcusreif