Unsere Studie geht weiter. Wir haben die attraktiven Branchen der Studenten befragt. Die Medien haben sehr breit darüber geschrieben – online und gedruckt. Gerne veröffentliche ich hier die Presseinformation und verweise noch auf einen sehr ausführlichen Artikel in der F.A.Z. am 5. Juli 2014. 

Studenten zieht es in den Öffentlichen Dienst

Vater Staat als Arbeitgeber – für viele Studenten eine attraktive Perspektive. Als besonders vielversprechende Branchen für ihren späteren Berufsweg bezeichnen drei von zehn Studenten den Öffentlichen Dienst, auf Platz 2 und 3 folgen die Wissenschaft (19 Prozent) und Kultureinrichtungen (17 Prozent). Dahinter rangieren Branchen der freien Wirtschaft wie die Prüfungs- und Beratungsbranche (15 Prozent), die Automobilindustrie (14 Prozent) oder die IT-Branche (12 Prozent).

Knapp ein Drittel der Studenten (32 Prozent) lehnt für ihren späteren Berufsweg sogar die Privatwirtschaft als Ganzes ab – sie finden lediglich Stellen im öffentlichen Bereich attraktiv. 21 Prozent können sich für Berufsperspektiven in beiden Bereichen erwärmen. Nur knapp die Hälfte der Befragten (47 Prozent) findet staatliche bzw. öffentliche Arbeitgeber wenig interessant und will auf jeden Fall in einem Privatunternehmen Fuß fassen.

Ein Grund für diese starke Präferenz für den Öffentlichen Dienst könnte der Wunsch der Studenten nach einem sicheren Job sein. Als wichtigste Kriterien bei der Wahl ihres künftigen Arbeitgebers nennen 61 Prozent der Befragten die Jobsicherheit, dicht gefolgt von einem guten Gehalt (59 Prozent) und der Vereinbarkeit von Familie und Beruf (57 Prozent). Andere Kriterien wie Karrierechancen (34 Prozent) oder die Möglichkeit zu selbständigem Arbeiten (31 Prozent) nennen Studenten deutlich seltener.

Das sind Ergebnisse einer Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft EY (Ernst & Young). Für die Studie wurden im Frühjahr 2014 deutschlandweit 4.300 Studenten befragt.

„Manche Studenten haben offensichtlich eine gewisse Scheu vor der freien Wirtschaft – sie stellen sich einen Job in der Privatwirtschaft wohl als extrem zeitaufwändig, unsicher und mit privaten Belangen schwer vereinbar vor“, erklärt Ana-Cristina Grohnert, Managing Partner bei EY. Dabei habe sich gerade in den letzten Jahren viel getan: „Die Unternehmen stellen sich stark auf die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter ein und können häufig sogar deutlich flexibler agieren als öffentliche Arbeitgeber. 

Besonders wichtig ist der Sicherheitsaspekt für Frauen – zwei Drittel der weiblichen Studenten (66 Prozent) nennen die Jobsicherheit als maßgebliches Kriterium für die Wahl ihres Arbeitgebers, bei den Männern sind es 56 Prozent. Auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist für Frauen (65 Prozent) wichtiger als für Männer (48 Prozent). Und der Öffentliche Dienst ist für Studentinnen (36 Prozent) sogar noch attraktiver als für ihre männlichen Kommilitonen (23 Prozent).

Auch bei anderen Branchen gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Während Frauen sich stärker für den Kulturbereich (24 Prozent) und das Gesundheitswesen bzw. die Pharmabranche (21 Prozent) interessieren, setzen Männer auf die Automobilindustrie (20 Prozent) und den Bereich Prüfung und Beratung (18 Prozent).

Unternehmensberatungen hoch im Kurs – Banken wenig attraktiv

Die beliebteste Wirtschaftsbranche der Studenten – abgesehen vom Gesundheitswesen (16 Prozent) mit privaten und öffentlichen Arbeitgebern – sind die Wirtschaftsprüfer und Unternehmensberater: 15 Prozent der Studenten bezeichnen diese Branche als sehr attraktives Berufsziel. Bei Studenten mit deutlich überdurchschnittlichen Studienleistungen will sogar jeder Dritte gerne in diesem Bereich arbeiten. Insbesondere für Wirtschaftswissenschaftler sind Prüfung und Beratung Top-Branchen: Hier bezeichnen 42 Prozent der Befragten diesen Sektor als besonders interessant.

Auf den Rängen 2 und 3 der beliebtesten Wirtschaftsbranchen der Studenten folgen die Automobilindustrie und der Software- und IT-Bereich – hier würden 14 bzw. 12 Prozent der deutschen Studenten besonders gerne arbeiten.

„Old Economy und neue Technologien sind bei den Studenten gleichermaßen beliebt“, sagt Grohnert. „Das ist ein vielversprechendes Ergebnis: Nur wenn genug Fachkräfte in die IT-Branche streben, kann Deutschland in Zukunft sein Gewicht in diesem Bereich ausbauen.“

Trotz hoher Gehälter: Finanzbranche weit abgeschlagen

Andere Branchen sind bei den Studenten hingegen weniger angesehen – vor allem der Finanzsektor ist derzeit offenbar wenig attraktiv. So rangieren Banken und Versicherungen ganz hinten auf der Beliebtheitsskala – lediglich 6 bzw. 3 Prozent der Befragten bewerten diese Branchen als besonders interessant für ihren Berufsweg.

Allerdings erwarten Studenten, die den Berufseinstieg bei einer Bank anstreben, die höchsten Gehälter: 42.700 Euro im Jahr – so viel wie in keiner anderen Branche. Im Durchschnitt erwarteten die deutschen Studenten ein Einstiegsgehalt von 35.100 Euro.

„Trotz des überdurchschnittlichen Gehaltsniveaus sind Banken derzeit nur für wenige Studenten attraktiv“, stellt Grohnert fest. „Das zeigt zum einen, dass diese Branche den Imageverlust aus der Finanzkrise noch nicht überwunden hat. Zum anderen ist dies aber auch ein Beleg dafür, dass ein hohes Gehalt für die Studenten nur ein Faktor unter vielen ist“.

Überdurchschnittliche Einstiegsgehälter erwarten die Studenten außerdem im Maschinenbau (41.800 Euro), bei Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen (41.600 Euro) und  bei den Versicherern (40.600 Euro). Das Schlusslicht bilden Studenten, die in Kultureinrichtungen arbeiten wollen – sie erwarten lediglich ein Einstiegsgehalt von 26.300 Euro im Jahr.

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Medienberichte

Die F.A.Z. griff die Studie zweifach auf. Im Leitartikel im Buch Wirtschaft bin ich mit einem Zitat zu dem Thema genannt. 

Hier mein Zitat:

Für die Studenten zählt das Ergebnis und nicht die Präsenz, beobachtet Marcus Reif, der das Recruiting von EY in Deutschland leitet. Es mag auf den ersten Blick verwundern, dass ausgerechnet dieses Argument für den öffentlichen Dienst und gegen die Privatwirtschaft spricht – doch heute ist nicht mehr der Staatsdienst das Sinnbild des Stundenabsitzens, sondern die schier endlosen Besprechungs- und Abstimmungsrunden in den Unternehmen. Dort haben die Babyboomer das Sagen, die nach einem nervenaufreibenden Marsch durch die Hierarchiestufen wenig Interesse daran haben, dem Nachwuchs Freiheiten einzuräumen, die sie selbst nicht hatten.

Ist ein wirklich toller Bericht geworden. Der Artikel ist in voller Länge in der F.A.Z. vom 5. Juli 2014 erschienen sowie auf FAZ.Net unter faz.net/…studenten-ziehen-eine-stelle-beim-staat-der-freien-wirtschaft-vor…

Die neue Romantik der Jugend. Im Sturm und Drang auf den Beamtensessel

Studenten wollen nichts lieber als eine Stelle beim Staat. Was hat das zu bedeuten? Es lässt tief in die studentische Seele blicken – und ist eine Ohrfeige für die Unternehmen.

Quelle: FAZ.Net 

Beste Grüße

Marcus Reif

Die Studie zusammengefasst:

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EY im Überblick

EY* ist eine der drei großen deutschen Prüfungs- und Beratungsorganisationen. In der Steuerberatung ist EY deutscher Marktführer. EY beschäftigt rund 7.900 Mitarbeiter an 22 Standorten und erzielte im Geschäftsjahr 2012/2013 einen Umsatz von 1,31 Milliarden Euro. Gemeinsam mit den 175.000 Mitarbeitern der internationalen EY-Organisation betreut EY Mandanten überall auf der Welt.

EY bietet sowohl großen als auch mittelständischen Unternehmen ein umfangreiches Portfolio von Dienstleistungen an: Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Rechtsberatung, Transaktionsberatung, Advisory Services und Immobilienberatung.

Zusätzliche Informationen entnehmen Sie bitte folgender Internetseite: http://www.de.ey.com

verfasst durch Marcus K. Reif

Passionierter Personaler, engagierter Kommunalpolitiker, stolzer Vater und treuer Eintracht-Frankfurt-Fan. Erfahren Sie mehr über mich auf meiner Profilseite. Freue mich auf den Dialog! Und bis dahin gibt es Neues auf Twitter @marcusreif