März 26, 2012 Alles!, Politik Keine Kommentare

Spötter behaupten, bei der Landtagswahl im Saarland handelt es sich um eine bessere Landratswahl. Mit Blick auf die Statistik kommt man nicht ganz von dem Gedanken los. Gestern gab es zwei wichtige Oberbürgermeisterwahlen in Frankfurt am Main und Mainz sowie die Landtagswahl im Saarland. Interessante Infos fand ich auch beim Wahlarchiv der Tagesschau. Die Wählerwanderung wird dort dargestellt. CDU gab 12.000 Stimmen an das Lager der Nicht-Wähler ab, bekam allerdings in gleichem Maße Stimmen aus dem FDP-Lager. Immer im Vergleich zur Wahl 2009 gesehen. Auch Die Linke gab der CDU 2.000 Stimmen. Sehr interessant. So etwas findet man “auf der Straße” eher weniger konkret.

Kurzer Blick auf die Wahlberechtigtenquoten zeigt:

  • Saarland: 804.622 Wahlberechtigte
  • Frankfurt am Main: 464.173 Wahlberechtigte
  • Mainz: 152.646 Wahlberechtigte

Aber zurück zum Saarland. Wer da gestern Abend in den Wahlsendungen alles Gewinner war. Und wer heute in der Presse alles als Verlierer abgestempelt wurde. Eine Sprache lügt nicht, das ist die Mathematik. Ein Blick auf die Fakten zeigt folgendes Bild.

Wahlergebnisse im Saarland

Gewinner gibt es rein mathematisch betrachtet bei den Piraten und bei der SPD. Beide legten im Vergleich der Landtagswahlen 2009 zu 2012 an Wählerinnen und Wählern zu. Die Betrachtung der Verluste führt in erster Linie ins Lager der Nicht-Wähler, die – wie so häufig in den letzten Jahren – die meisten sind. Also knapp 53.000 Wählerinnen und Wähler gingen im Vergleich zu 2009 weniger zu Wahl. In der Rangreihe gefolgt von der FDP mit einem Minus von 43.193 Wählern, Die Linke mit -36.052 Wählern, CDU mit -14.943 Wählern und Grüne mit -7.268 Wählern. Allesamt verloren an Stimmen und zwar über 100.000 Wähler.

Die politische Betrachtung hingegen führt einen zu einem anderen Schluss. In den Prognosen der letzten Tage hieß es, dass die SPD knapp vor der CDU läge. Dies ist so nicht eingetroffen, ergo spricht man von einem Wahlerfolg (Wahlsieg) der CDU. Das Ergebnis der Piraten darf man getrost als “sehr gut” beschreiben. Sie treffen offenbar den Nerv des Mainstreams und auch – was ich gut finde – das Lager der Nicht-Wähler. Viele derjenigen, die 2009 nicht wählten, wählten nun die Piraten. Auch bei den Jüngeren konnten sich viele für die Piraten begeistern. Also haben wir eine Form der Parteienverdrossenheit, weniger der Politikverdrossenheit.

Diese Betrachtung fand ich bemerkenswert und blogbeitragsfähig ;)

Beste Grüße

Marcus Reif

Hinweis

verfasst durch Marcus K. Reif
Passionierter Personaler, engagierter Kommunalpolitiker, stolzer Vater und treuer Eintracht-Frankfurt-Fan. Erfahren Sie mehr über mich auf meiner Profilseite. Freue mich auf den Dialog! Und bis dahin gibt es Neues auf Twitter @marcusreif