Eine intensive Diskussion begann, nachdem die Bundesagentur für Arbeit ihre Prognose zum Fachkräftebedarf veröffentlichte. Weshalb? Die Debatte dreht sich nicht um den Sachverhalt, sondern um die demografische Sicht auf den Mangel. Auch ein Blickwinkel. Stein des Anstoßes sind die 6-7 Mio. Fachkräfte, die bis zum Jahr 2025 fehlen werden. Ich bezweifle das nicht. Aber hier die Argumente:

In Deutschland gingen im März rund 40,5 Millionen Menschen einer bezahlten Arbeit nach. 4,5 Millionen weitere Personen wären prinzipiell in der Lage, eine Arbeit aufzunehmen, doch sie finden keinen Job, drehen in Weiterbildungsmaßnahmen Schleifen oder haben die Suche frustriert aufgegeben. Zählt man beide Gruppen zusammen, erhält man das sogenannte Erwerbspersonenpotenzial des Landes. Stimmt die Prognose von den 6,5 Millionen fehlenden Fachkräften, würde das einem Siebtel aller Menschen entsprechen, die in Deutschland arbeiten können. Das wäre viel. Allerdings ist die Zahl mit Vorsicht zu genießen. Zu viele Unsicherheitsfaktoren können die Entwicklung noch beeinflussen: Die konjunkturelle Entwicklung zum Beispiel, der Strukturwandel in manchen Branchen, oder aber das Investitionsverhalten von Unternehmen. Unter dem Strich spricht viel dafür, dass die Lücke kleiner ausfallen wird als 6,5 Millionen. Quelle: Zeit.de

Die Fachkräftelücke wird sicherlich nicht durch Zuwanderung geschlossen werden können. Die Maßnahmen, die auch McKinsey in seiner aktuellen Studie zeigt, schmälern die Lücke nur temporär und partiell. Ich bin sicher, dass Deutschland nicht zu lange diskutieren sollte. Die Zuwanderung mit der Green-Card kann man getrost als gescheitertes Projekt beschreiben. Die Lebensarbeitzeitverlängerung hört sich brutto gut an, netto liegen wir bei 62 Jahren Renteneintrittsalter. Deutschland müsste mit Perspektive auf diese Fachkräftelücke allerdings jetzt schon deutlich höher liegen. Die Akademikerquoten sowie vorgelagert die Quote der Studiumsberechtigten sind hinter dem OSZE-Schnitt. Eine Debatte über G8- und G9-Schulsystem nimmt schon religiöse Züge an, wobei es auf der Hand liegt, dass die Absolventen zeitlich früher in den Beruf gehen müssen. Auch bei der Frauenquote und der immanenten Rückkehrquote der Mütter nach Elternzeit in Teil- und Vollzeit sind eine Stellschraube.

Diese Debatte verfolge ich gerne und intensiv.

Beste Grüße

Marcus Reif

verfasst durch Marcus K. Reif

Passionierter Personaler, engagierter Kommunalpolitiker, stolzer Vater und treuer Eintracht-Frankfurt-Fan. Erfahren Sie mehr über mich auf meiner Profilseite. Freue mich auf den Dialog! Und bis dahin gibt es Neues auf Twitter @marcusreif