Der #Aufschrei auf Facebook

Was habe ich mich geärgert. Als auf Facebook die Diskussion bei Wollmilchsau startete, kommentierte ich, ob die Ergebnisse von einem Nicht-Experten zusammengeschrieben wurden. OK, der O-Ton war subtiler ;). Aber egal. Um was geht es denn? Das Personalmagazin hat in seiner aktuellen Ausgabe  08/2013 eine so genannte Studie beschrieben zur Blogosphäre (Durchblick in der Blogosphäre: Studie ergibt Ranking für 15 Blogs). Das Ergebnis ist unterhalb als Foto dargelegt. Der #Aufschrei bei Facebook ist völlig nachvollziehbar. Das Ranking ist so stark subjektiv und gewichtet so ungleich und fern der Realität, dass sich rund 100 Kommentare unter dem Beitrag zurecht echauffierten.

Welche Angebote es gibt und was sie der Personalarbeit bringen. Durchblick in der Blogosphäre: Studie ergibt Ranking für 15 Blogs „Authentisch und regelmäßig“ - Personalvorstand Wolfgang Goebel erklärt, warum er beruflich bloggt. Deutsche Blogger liegen vorn: Globaler Vergleich von HR-Blogs „Ein Blog kommt auf den Punkt“. Eva Zils zeigt, wie sie als Personaldienstleisterin ihren Blog betreibt. Die Lieblinge der Redaktion

Welche Angebote es gibt und was sie der Personalarbeit bringen.
Durchblick in der Blogosphäre: Studie ergibt Ranking für 15 Blogs
„Authentisch und regelmäßig“ – Personalvorstand Wolfgang Goebel erklärt, warum er beruflich bloggt.
Deutsche Blogger liegen vorn: Globaler Vergleich von HR-Blogs
„Ein Blog kommt auf den Punkt“. Eva Zils zeigt, wie sie als Personaldienstleisterin ihren Blog betreibt.
Die Lieblinge der Redaktion

Mal kurz zu dem Bericht im Personalmagazin

Wer sind die Autoren? Thorsten Petry, Professor für Organisation und Personalmanagement an der Wiesbaden Business School, und Patric Cloos, geschäftsführender Gesellschafter bei Personalwerk GmbH in Wiesbaden. Also beide sind keine profunde Experten für HR-Blogs, noch selbst aktive Blogger in der HR-Szene. Bei der Recherche haben sich die beiden von Meta-Blogs leiten lassen und sich nicht mal die Mühe gemacht, die Syntax der wichtigen Blogs als relevantes Beurteilungskriterium zu gewichten.

Im Heft steht:

Mit dem Web 2.0 haben sich neue Möglichkeiten der Informationsbeschaffung aufgetan, etwa über Blogs oder speziell über HR-Blogs. Ein Info-Mekka für Personaler? Schwer zu sagen. Denn die Vorteile gegenüber anderen Medien erschließen sich nicht zwangsläufig. Wer kann aus dem Stegreif sagen, welche der vielen HR-Blogs einen Mehrwert für die Leser bieten? Mit Fragen wie diesen beschäftigte sich ein Forschungsprojekt der Wiesbaden Business School und der Personalwerk GmbH. Die Ergebnisse beschreiben, wie sich die Nutzung von HR-Medien wandelt, und sie zeigen, dass das Miteinander der verschiedenen Informationsangebote weniger von Konkurrenz geprägt ist als vermutet.

Als Gütekriterien können beispielsweise die Vielfalt der behandelten Themen und die Berücksichtigung unterschiedlicher Perspektiven, die Aktualität der Beiträge sowie Verweise auf glaubwürdige Quellen und Verlinkungen zu weiterführenden Beiträgen gewertet werden. Und natürlich die Objektivität, die Authentizität und die Glaubwürdigkeit der Autoren. Teilweise konkurrieren die Kriterien miteinander: Kein Medium kann alle Anforderungen erfüllen. Vielmehr sollte für den jeweiligen Informationsbedarf das passende Medium gewählt werden, beziehungsweise die passenden Medien – sofern sie bekannt sind.

Um einen Vergleich zu ermöglichen, haben die Studienautoren die Fachzeitschrift als Basismedium definiert und auf dieser Grundlage verschiedene Informationsmedien beurteilt. Das Ergebnis lässt sich in der Tabelle ablesen.

Bildschirmfoto 2013-07-26 um 12.49.14

Mal ehrlich – wir reden hier von Blogs! Natürlich sind die subjektiv, das sollen sie doch sein. Und Themenvielfalt kann man auf in der Freizeit erstellten, mühevollen und manchmal tief oder total flach formulierten Beiträgen nicht erwarten. Die HR-Szene lebt doch von der individuellen Sichtweise der HR-Experten. Deshalb latscht die halbe HR-Welt zu jedem subalternen oder semiprominenten HR-Event oder Kongress hin. Und einige wenige der Experten haben sich dazu durchgerungen, zu bloggen. Das ist alles in allem fantastisch! Ein in den letzten Monaten entstandenes Netzwerk an HR-Bloggern ist der Personalblogger.net. Henner Knabenreich, ist in dem super Ranking von Petry/Cloos ebenfalls vertreten, ist der Initiator. Dafür tausend Dank, Henner!

E-Book! Ich grausle mich. Was bitte hat ein E-Book mit einem Weblog zu tun?

Das Ergebnis des Rankings sind zumindest von den Protagonisten her nachvollziehbar – Gero Hesse mit seinem “Saatkorn”, Lutz Altmann mit dem “Personalmarketing-Blog”, Christoph Fellinger mit dem Blog “Recruiting Generation Y” und Tim Verhoeven mit seinem “Noch Ein Personalmarketing-Blog”. Alles Experten aus der Employer-Branding-Familie. Aber weshalb steht Gerhard Kenk am Ende? Er ist einer der fidelsten Blogger über das gesamte Themenfeld E-Recruiting. Nur ein Teilaspekt der HR-Landschaft, aber so sind so ziemlich alle HR-Blogs aufgestellt – in ihrer ganz besonderen Nische.

Der Beitrag in Facebook

Bildschirmfoto 2013-07-26 um 12.33.35So steht es auf der Facebook-Seite von Wollmilchsau – übrigens ein richtig gutes Weblog und eine tolle Facebook-Seite. Muss man definitiv anerkennen:
 
wollmilchsau So liebe Wollmilchsau-Community, jetzt ist es offiziell, Ihr steht auf das zweitschlechteste Recruiting-Blog Deutschlands. Link zu Facebook!

Ein paar Bonmots aus der Timeline:

Carl-Christoph Fellinger Ich hab zwar eigentlich NULL Zeit – aber biete an, mit den Autoren ein Interview über ihre Studie für den personalblogger (der skandalöserweise gar nicht erst auftaucht) zu machen. Wenn sie denn wollen (dieses Blogdings ist ja auch mit kritischem Diskurs und so). Welche Fragen hättet Ihr denn gern beantwortet?

Tim Verhoeven Meins haben Sie auch falsch geschrieben. Ich gebe den meisten hier Recht: die Relationen der Bewertungen zueinander sind suboptimal. Ich habe dort mal nachgefragt, ob ich die komplette Studie bekommen kann, weil mich interessiert, wie die einzelnen Items konstruiert wurden.
Trotzdem muss ich ja gestehen, als ich das Ergebnis gesehen habe, habe ich mich im ersten Moment erst einmal gefreut.

Dominik A. Hahn leute, mal ehrlich. der EIGENTLICHE Skandal ist doch, dass MEIN Blog nicht dabei ist

Dominik, meins auch nicht, dafür bin ich thematisch leider zu “breit” ;)

Jannis Tsalikis Ich glaube, die haben in ihrer Redaktion HR-Blog-Bingo gespielt. Kenn ich. Ist voll lustig.

Und mein Highlight von Björn Dammann “Ihr seid der zweitschlechteste HR Blog von dem wir je gehört haben”
“Aaaaber ihr habt von uns gehört”

Björn Dammanns Foto

Also wie man es dreht und wendet. Es ist ein “schönes Ranking” der HR-Blogs ;)

Das Ranking

Hier das Ergebnis (abfotografiert von Wollmilchsau)

Bildschirmfoto 2013-07-27 um 13.27.24

Also bleibt unterm Strich ein Geschmäckle. Ein Ranking wo es keines Rankings bedarf. Eine Nutzwertanalyse für HR-Blogs erachte ich als völlig unangebracht. Und dann steckt hinter diesem “Ranking” bzw. “Analyse” auch noch ein HR-Dienstleister, die Personalwerk GmbH. Wenn das nicht mal nach hinten losgeht.

Verweise

Gero Hesse auf Saatkorn.com: Das Interview zum Aufschrei: Prof. Dr. Thorsten Petry zum HR-Blog Ranking

Tim Verhoeven auf NochEinPersonalmarketingBlogDie wichtigsten HR-Blogs – warum ein Blog-Ranking für Diskussionen sorgt

Bitte gerne auch weiterlesen auf Haufe.de:

Top-Thema HR-Blogs

Wann sich das Stöbern im Internet lohnt

http://www.haufe.de/personal/hr-management/hr-blogs/hr-blogs-wann-sich-das-stoebern-im-internet-lohnt_80_189796.html

So. Das war es von meiner Seite. Ein schönes Wochenende bei hoffentlich moderaten und entspannenden Temperaturen.

Beste Grüße

Marcus Reif

verfasst durch Marcus K. Reif
Passionierter Personaler, engagierter Kommunalpolitiker, stolzer Vater und treuer Eintracht-Frankfurt-Fan. Erfahren Sie mehr über mich auf meiner Profilseite. Freue mich auf den Dialog! Und bis dahin gibt es Neues auf Twitter @marcusreif