Willkommen auf dem Blog von Marcus K. Reif | Meine Arbeit gibt Ihnen Zeit für Ihre!

Stimmen aus den Unternehmen

Viele Mitarbeiter schätzen die Arbeit von zu Hause aus. Sie führen steigende Produktivität, zeitliche Einsparungen beim Pendeln, ein höheres Maß an Ungestörtheit, höherer Konzentrationsfähigkeit, mehr Tagesbequemlichkeit und natürlich einen neuen Kleidungsstil. Doch einen gleichgeschalteten Ansatz wird es in der Arbeitswelt kaum geben können. Wir haben Wissensarbeiter, deren Arbeitsort sekundär ist. Wir haben technische und handwerkliche Jobs, die vor Ort im Unternehmen oder beim Kunden sein müssen, ebenfalls die Jobs im produzierenden Gewerbe lassen sich meist nicht von zu Hause aus erledigen.

Weniger Pendelei gleich neue Zielgruppen

Wir erwarten, dass sich in der neuen Normalität nach der Pandemie die Präsenzpflicht nicht mehr kultivieren lässt. Das Erlernte “Pandemie-Office” wird zu einer hybriden Arbeitsform führen. Die Arbeit mit 2-3 Tagen von zu Hause und 2-3 Tagen im Büro wird flächendeckend das Modell sein, wie wir Arbeit organisieren. Die Basis hierfür ist natürlich eine neue Form der Führung mit angepassten Führungsprinzipien und -stilen. Doch wird auch die Rekrutierung anders laufen, wenn die Präsenz nicht mehr zentraler Bestandteil der Stellenbesetzung ist. Das ermöglicht uns, neue Zielgruppen zu attrahieren. Denn die Mär von bedingungsloser Mobilität gibt es doch seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten nicht (mehr). Wenn nun Menschen ihr Zuhause fernab der Großstädte legen, wird durch das hybride Arbeitsmodell eine Pendelei erträglich. 5 Tage die Woche je zwei Stunden im Auto verbringen stößt ab. Zwei Tage die Woche werden etliche Arbeitskräfte als erträglich sehen. Davon profitieren wir doch alle.

Neues Kräfteverhältnisse zwischen Arbeit und Kapital

Wir erleben derzeit eine Umkehr der Kräfteverhältnisse zwischen Arbeit und Kapital, so auch bei der zunehmenden Flexibilisierung von Arbeitsort und Arbeitszeit. Arbeitsort mit Verweis auf das Pandemie-Office – also die Arbeit von zu Hause – wurde durch die Pandemie schon sehr stark forciert. Bei der Arbeitszeit erlebt man immer noch eine hohe Treue zu Überstunden, denen ein Dogma von “nur wer viel Arbeitet, leistet auch was” zu Grunde liegt. Das ist weder zeitgemäß, noch ist oder war es jemals richtig.

Wollen wir uns mal die Facetten einer ganzheitlichen Flexibilisierung der Arbeit anschauen? Los geht’s

Das Gehalt

Das ist übrigens kein Argument. Ich höre manche Führungskräfte spekulieren, wenn alle von überall arbeiten, dann können wir ja die Gehälter senken. Falsch. Gehälter müssen kontinuierlich steigen, weil zum einen die Lebenshaltungskosten steigen und zum anderen – und das ist faktisch – die Kompetenzen und die Person sich weiterentwickeln.

flexible Arbeitsmodelle

Sie brauchen eine neue Form von Arbeitsmodellen. Wie eingangs erwähnt, glaube ich, dass wir ein hybrides Modell im Bereich der Wissensarbeiter sehen werden. Möglicherweise folgt dies erst auf eine Welle an Rückkehrern ins Büro, die nach Austausch und Socializing lechzen. Aber langfristig müssen Sie die Arbeitsort und Arbeitszeitflexibilisierung anbieten. Denn, falls Sie keine flexiblen Arbeitsmodelle ermöglichen, wird Ihre Fluktuation steigen und damit die Kosten für die aufwendige Nachbesetzung. Der Brain-Drain ist gar nicht eingerechnet.

eine eigene Immobilie

Hier in meiner Stadt kostete ein normales Häuschen vor rund 20-25 Jahren rund 350.000 Euro. Die Bank freute sich über einen Eigenkapitalanteil von rund 15-20 %, den man oft sogar selbst angespart hatte oder die Eltern und Schwiegereltern was beisteuerten. Heute kostet die gleiche Immobilie schnell mal 800.000 Euro, was eine Stichprobe auf Immobilienscout verrät, und die Bank wünscht 35-40 % Eigenkapital, um an die niedrigen Zinssätze zu gelangen. Fakt ist: die Immobilie ist an den Wunschorten in den Metropolen oder im direkten Speckgürtel unerschwinglich geworden.

Die Flexibilisierung von Arbeitszeit und Arbeitsort ermöglicht hier neue Wege. Wenn man nur ein oder zwei mal die Woche im Büro ist, kann man auch von weiter her pendeln und sich eine Immobilie ein Stück weiter raus auf dem Land für deutlich weniger Geld leisten. Man darf auch größer denken. Das eigene große Haus am Meer oder in den Bergen ist jetzt viel greifbarer, wo vorher 2-stündige Fahrzeiten abschreckten. Das tägliche Pendeln kostet eben wertvolle Lebenszeit.

Office-Space

Das ist ein stichhaltiges Argument. Sie werden nicht mehr die gleiche Fläche für Ihre Wissensarbeiter benötigen wie zuvor. Open-Space ist ein Killer Ihrer Unternehmenskultur. Sie erreichen keinerlei verbesserte Interaktion oder Kommunikation, nein, Sie verhindern Sie sogar dadurch und machen die Zusammenarbeit noch schwieriger.

COVID-19 zeigt mit den gebotenen Abstandsregeln, dass die Großraumkonzepte mit dem Infektionsschutz in keinster Weise vereinbar sind. Die Openspace-Arbeitskonzepte sind sowieso dysunktional. Sie kamen Ende der Neunziger Jahre auf als eine Mischung aus besserer Nutzung der Fläche, typische Quadratmeterdiskussion, und besserer Kommunikationsunterstützung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Herausgekommen ist ein Element des Großraumbüros, wo die meisten mit Kopfhörern in den Ohren still vor sich hinarbeiten. Zur Kommunikation geht man woanders hin, um die anderen nicht zu stören. Das ist auch die wesentliche Kritik am Openspace-Modell. Der Lärm und die Störfaktoren sind einfach überwiegend! 

Denken wir mal in der Hypothese weiter, dass die Arbeit von zu Hause einen breiteren Raum einnehmen wird (was bei mir seit 15 Jahren der Fall ist). Dabei lassen sich die Arbeitsflächen in den Büros doch großzügiger nutzen, um die Abstände besser einzuhalten. Ich bin sicher, wir kommen zu mehr abgeschlossenen Arbeitsplatzkonzepten zurück, natürlich transparent, hell, aber eben schallisolierend. Vermutlich werden wir keine wirklich festen Arbeitsplätze haben, sondern mehr Sektoren in den Büros, in denen ich anlassbezogen arbeiten werde. 

Der eigene Arbeitsplatz stirbt aus 

Wir arbeiten smart. Eine Mischung aus punktueller Arbeit von zu Hause, denn konzentriertes Arbeiten ist wichtig und steigt in der Bedeutung. Für den kommunikativen Austausch und zur Interaktion mit den Kollegen wird punktuelles Arbeiten im Büro elementar sein. Arbeiten, die von zu Hause aus erledigt werden können, werden auch eher dort erledigt werden, während kommunikationsbedürftige Teile meiner Arbeit im Büro erledigt werden. Das ist für E-Mail-intensive Unternehmenskulturen keine gute Aussage, denn E-Mails werden nicht mehr innerhalb von Minuten bearbeitet, sondern von zu Hause. In Ruhe. 

So stirbt aber die bisherige Form der Arbeit aus. Ich stand morgens auf, machte mich bürofertig, fuhr dann ins Büro. Man saß am Arbeitsplatz, begann ein Ritual. Der eine mit Kaffee, der andere mit E-Mails und wieder andere mit einem Plausch mit den Kollegen. Dann ging man ans Werk und beendete den Tag nach rund acht Stunden. Heute startet man in den Tag, an einem von zu Hause an anderen vom Büro, und geht Resultat-orientiert an die Arbeit. Was steht heute an? Was muss erledigt werden? Wen brauche ich dazu? Und wie bekomme ich diese Person dazu, mit mir an meinem Thema zu arbeiten? Und das alles mehr über Videokonferenzen als über Dienstreisen innerhalb des Landes oder um den halben Globus. 

Digitalization kicks in! Wo alles vernetzt ist und jeder über Internet oder die Cloud auf alle Programme, Daten und Informationen zugreifen kann, ist es gar nicht mehr so wichtig, wo gearbeitet wird. Deshalb verliert der schön dekorierte Arbeitsplatz im Büro an Bedeutung und Relevanz. Desksharing ist in Beratungen schon Gang und Gäbe, wird auch in den normalen Büroetagen Einzug finden. Unser Arbeitsplatz wird “clean” sein.

Gehen wir mal ein paar Thesen an:

  • Arbeit ist nicht mehr der Ort, zu dem ich gehe, sondern das, was ich tue
  • Großraumbüros sterben aus. Dies ist das Ende von Openspace
  • Distanz prägt die Arbeitswelt (Mindestabstände werden uns noch lange begleiten) 
  • Kommunikation und Interaktionen sind elementar, wir müssen dies unter dem Abstandsgebot ermöglichen 
  • der eigene Arbeitsplatz stirbt aus 
  • Smartoffice ist eine Mischung aus Präsenzarbeit und von zu Hause, aus Remote-Leadership und digitaler Zusammenarbeit
  • finanzielle Vorteile für die Mitarbeiter, die ihren Lebensmittelpunkt aus den wohnexpansiven Metropolen weg verlegen
  • hybride Arbeitsmodelle bedienen die Bedürfnisse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter viel mehr, insbesondere mit Bezug auf …
  • Flexibilisierung von Arbeitszeit und Arbeitsort

Wir haben eine Reise vor uns, die in ihrer Ausprägung sensationell sein wird. Eine echte Chance, Arbeit neu zu definieren. Packen wir es an!

Beste Grüße 

Ihr Marcus K. Reif

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