Willkommen auf dem Blog von Marcus K. Reif | Tel. 0700 marcusreif

Die Corona-Krise ringt uns alles ab. Ich höre von HR-Experten aus der Filterblase, dass sie von morgens um 7 Uhr bis spät abends arbeiten, um das Beste für die Firma und deren Mitarbeiter zu erreichen. Da werden Recruitingpläne angepasst, die Einstellungen virtualisiert und über Video vorgenommen, Notbesetzungen im Büro organisiert, damit der übliche Postlauf und Papierkram erledigt werden kann. Notfallpläne werden erstellt, Schichtdienste eingeführt, Tagesarbeitszeiten reduziert, die Workforce wird überprüft, Auslastungen und Workloads gesichtet, Maßnahmen ergriffen. Viele Unternehmen sind schockiert darüber, dass innerhalb von wenigen Tagen der komplette Betrieb runterfährt. Fraport schickt 18.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit. Und das ist nur eine Nachricht von dutzenden.

Mitarbeiter sind verunsichert

In solchen turbulenten Zeiten ist es völlig klar, dass die Mitarbeiter hoch verunsichert sind. Auf Fluren, Gängen und in Küchen wird gemunkelt über Entlassungen, Stellenabbau, Kurzarbeit, ausbleibendes Gehalt und viele weiteren Szenarien mehr. Das können wir nicht hinnehmen, weder in normalen, noch in diesen turbulenten Zeiten.

Eine Lüge ist bereits dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe anzieht.

– Mark Twain

Business Continuity Management

Im Bankensektor ist das normal ein durchdachtes Business-Continuity-Management zu haben, weil es von den Aufsichtsorganen gefordert wird. Überall sonst in anderen Branchen sind die Pläne eher ungenügend. Wer kann heute schon strukturiert die Frage beantworten, welche Funktion im Unternehmen kritisch wäre bei einem Ausfall. Und strukturiert meint, losgelöst vom Bauchgefühl. Business-Continuity-Management und Gesundheitsmanagement lief bisher immer eher lieblos nebenbei. Deshalb ist es wichtig, dass in Zeiten von Corona der Krisenstab täglich zusammenkommt, dort über die Geschehnisse gesprochen wird und über Information und Kommunikation entschieden wird.

Kommunikation ist HR-Aufgabe

Wir sind doch selbst schuld daran, wenn sich die Informationslage über den Flurfunk verbreitet. Wir dürfen das nicht verteufeln. Die Ursache liegt in einer sehr unzureichenden internen Kommunikation.

Mitarbeiter arbeiten nun nicht mehr in Rufweite, sondern sind zumeist im Homeoffice. Facetime, Zoom, Skype Video und viele andere Technologien stehen nun im Vordergrund. Führung auf Distanz und virtuelles Teaming war in der Vergangenheit meist nicht gerne gesehen und noch weniger gelebt. Und nun ist es für viele Führungskräfte ein echter Kraftakt, aus dem lieb gewonnenen engmaschigen Präsenzführungsstil rauszukommen. Dabei ist Kommunikation entscheidend. Wir müssen informieren und auf Distanz kommunizieren.

In Krisenzeiten müssen wir aktiver und viel kommunikativer sein. Schreiben Sie regelmäßig, idealerweise mindestens zwei Mal in der Woche, an alle Mitarbeiter. Nehmen Sie wichtige Themen auf, sagen Sie die Wahrheit. Nur durch eine gute Kommunikation werden Sie den Flurfunk entwerten können. Und heute ändert sich doch nahezu täglich etwas Grundsätzliches. Versammlungsrichtlinie wird angepasst. Auf einmal nur noch 5 Leute anstelle von 100. Geschäfte schließen, ein paar Tage drauf alle Restaurants. Infektionsverdacht in der einen Abteilung, eine bestätigte Infektion in der anderen. Drohende Ausgangssperre und vieles mehr. Krisenkommunikation überall.

Wir passen arbeitsrechtliche Themen an. Es gibt Firmen, die auf ein Schichtmodell übergehen und die tägliche Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich reduzieren, um innerhalb des arbeitsrechtlichen Zeitfensters zu bleiben. Der Krisenstab tagt täglich, reflektiert die Gegebenheiten, bespricht, auf was reagiert werden soll. Information und Kommunikation ist HR-Aufgabe, wir müssen das sehr ernst nehmen.

Tipps für Ihre Kommunikation

Schnell und klar: Sie können in der Führung wenig den vollständigen auf Konsens und Partizipation geprägten Stil an den Tag legen. Sie müssen schnell entscheiden und dies an Ihre Mitarbeiter weitergeben. Kommunizieren Sie schnell und klar.

From top down: Adaptieren Sie Möglichkeiten für direkte Leadership-Botschaften. Wenn das Gros Ihrer Mitarbeiter virtuell arbeitet, bieten Sie eine wöchentliche Leadership-Videokonferenz an. Es ist wichtig, intensiver und näher an die Mitarbeiter ranzurücken.

Weniger Micromanagement, mehr Eigenverantwortung: In modernen Firmen, in denen Mitarbeiter befähigt sind und motiviert werden, eigenverantwortlich zu arbeiten, ist die Flut an E-Mails und Cc-Nachrichten in den vergangenen Jahren schon eingedämmt worden. Doch gibt es immer noch eine Vielzahl an Firmen, die ein hohes Maß an Micromanagement leben, auch in der Führung. Das Resultat sind Abstimmungsprozesse aus der alten Welt, übertragen auf digitale Plattformen. Wer mehr als 50 E-Mails am Tag erhält, sollte sich hinterfragen, ob die Menge an Mails, bei der es nur um das Informieren geht, wirklich zu einer Risikominimierung oder zu einer besseren Kontrolle beiträgt. New Work als Schlagwort für eine moderne Organisation der Arbeit fußt auf mehr Eigenverantwortung der Mitarbeiter und direkter Kommunikation. Dies funktioniert nicht mit dem Führungsstil der Achtziger.

in Krisenzeiten gilt für uns Personaler: We care! Kommunikation entscheidet, Mitarbeiter im Zentrum unseres Handelns #HR #Krisenmodus Klick um zu Tweeten

Wissenswertes für Personaler

Arbeitszeiten neu regeln: Haben Sie das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) im Blick. Sie können über Betriebsvereinbarungen die Dinge auch für Ihre Mitarbeiter optimiert konkretisieren.

Informieren Sie: Beispiele für gelungene “Emergency E-Mails” finden Sie hier: reallygoodemails.com/categories/emergency/. Gute Video-Konferenzsysteme haben Sie sicherlich genug zur Auswahl. Mein Favorit ist Zoom.us.

Corona-News: Tagesaktuelle Nachrichten sind immens wichtig. Halten Sie sich über alles auf dem Laufenden und schreiben Sie einen täglichen kurzen Status. Informationen finden Sie u. a. hier:

Bundesministeriums für Gesundheit unter bundesgesundheitsministerium.de/coronavirus.html
Robert-Koch-Institut mit vielen Informationen und verlässlichen Fallzahlen: rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Fallzahlen.html
WHO-Zahlen, international: experience.arcgis.com/experience/685d0ace521648f8a5beeeee1b9125cd
WHO-Zahlen, national: experience.arcgis.com/experience/478220a4c454480e823b17327b2bf1d4
Aggregationsplattform für Fallzahlen: https://ncov2019.live

Viel Erfolg bei Ihrem Wirken. Für Personaler gilt das Dogma: WE CARE!

Ihr Marcus K. Reif


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