Willkommen auf dem Blog von Marcus K. Reif | Tel. 0700 marcusreif

Als im Januar die ersten Medien von einer neuen Lungenerkrankung in Wuhan, China, berichteten. Wer hat schon darüber nachgedacht, dass wir Zustände bekommen wie in den Filmen Outbreak oder Contagion. Nur einige wenige Stimmen warnten uns, bereits vor Jahren schon, was eine Epidemie oder Pandemie für Einschnitte für unsere Gesellschaft, Gesundheit und Wirtschaft bedeuten würde. Nun stehen wir hier und innerhalb weniger Tage ist nichts mehr so wie es mal war.

Homeoffice ist von Vorteil!

Meine Großeltern gingen zur Arbeit, meine Eltern gingen zur Arbeit. Ich gehöre zur ersten Generation in der Familie, wo Arbeit nicht mehr ein Ort ist, zu dem man geht, sondern beschreibt, was man tut. Für viele Menschen ist Homeoffice ein versteckter Witz von ungeduscht, ungepflegt, nicht gesellschaftsfähig gekleidet auf der Couch zu lümmeln und gelangweilt im Notebook zu klicken. Hört doch auf damit! Ich kann COVID-19 und dem Corona-Virus echt nichts abgewinnen, aber die Geschwindigkeit, in der große Populationen nun gebeten wurden, von zu Hause aus zu arbeiten, überrascht doch.

Ich gehöre zur ersten Generation in der Familie, wo Arbeit nicht mehr ein Ort ist, zu dem man geht, sondern beschreibt, was man tut Klick um zu Tweeten

Die Vorteile in der Krise arbeitsfähig zu bleiben und die Aufgaben so gut und so weit wie möglich von zu Hause aus zu erledigen, liegen auf der Hand. Vorausgegangen ist eine stetig steigende Akzeptanz der mobilen Arbeit in der Wirtschaft. Im Consulting, meine Branche seit 20 Jahren, war das völlig normal. Aber auch mit Unterschieden je nach Fachbereichen. Es gibt traditionell eine Mischung der verschiedenen Bereichswerte und ein gewisses Kulturerbe an sozial erwünschtem Verhalten.

Homeoffice hat ein unterschiedliches Verständnis. Homeoffice verstehen die angelsächsischen Länder eher als Heimarbeit. In Deutschland eher als Flexibilisierungsinstrument des Arbeitsorts. Das mobile Arbeiten sorgt für unbürokratische Vereinbarkeit persönlicher Präferenzen und Verpflichtungen, der vollen Konzentration auf bestimmte berufliche Themen ohne büroalltägliche Ablenkungen und sorgt letztlich für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Home-Office ist vermutlich kein prägender Begriff dafür, doch gerade in einem enger werdenden Arbeitsmarkt und den Bedürfnissen der heutigen Absolventen der Generation Y gehört die Möglichkeit zur Flexibilisierung der Arbeitszeit und des Arbeitsorts zu den höchsten Prioritäten.

Nun, Shutdown von Büros oder Lockdown des öffentlichen Lebens mit Kontaktverbot oder Ausgangssperre sind jetzt nicht die Treiber hinter New Work, die viele erwartet hatten. Wir Personaler argumentierten lange über neue Leadership-Philosophien, die Präsenzdenken egalisieren würden, über neue Office-Gestaltung, digitale Arbeitsmodelle, Vertrauen im Miteinander, Enablement und Delegation von Entscheidungsfreiräumen, mehr Sinn in der Tätigkeit und Bindung von Top-Talenten durch mehr Flexibilisierung von Arbeitszeit und Arbeitsort, bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf und vieles mehr. Ein schweres akutes Atemwegssyndrom erreichte in Kürze das, was wir seit Jahren und Jahrzehnten nicht zu erreichen vermochten.

Eine neue Denkweise im People-Management

Wir haben etliche Vorteile, wenn wir uns mobiles Arbeiten für die Zukunft zu Eigen machen. Wir könnten außerhalb der regionalen Grenzen rekrutieren. Wir müssen Top-Talente nicht mehr zwingen, für den Job umzuziehen. Ein bisschen Mobilität und Reisebereitschaft genügt, nebst Reisekosten- und Übernachtungskostenübernahme.

Ich bin sicher aufgrund meiner Beobachtung und meiner Erfahrung in großen Beratungen und Banken, dass Flexibilisierung zum Kerninstrument für Mitarbeiterbindung dient. Wir können Fluktuation, Mitarbeiterzufriedenheit, Krankenstände und Motivation nachhaltig steigern, wenn wir die Leute nicht zwingen, “zur Arbeit zu gehen”.

Wir haben eine echte Chance! Ergreifen wir sie.

Beste Grüße

Ihr Marcus K. Reif

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