Willkommen auf dem Blog von Marcus K. Reif | Meine Arbeit gibt Ihnen Zeit für Ihre!

Wissen Sie, was in Ihrem Körper passiert, wenn Sie eine Nachricht auf dem Smartphone erhalten? Ihr Körper schüttet Dopamin aus. Sie fühlen sich gut. Ein kleiner Ruck geht durch Ihren Körper. Das ist übrigens das gleiche Gefühl, wie beim Konsum von Tabak, von leichten Drogen oder beim Spielen. Dopamin hat noch Brüder und Schwester, die populärwissenschaftlich als Glückshormone bezeichnet werden. Diese Glückshormone oder besser gesagt Botenstoffe steuern das Wohlbefinden und rufen Glücksgefühle hervor. Die populärsten Glückshormone sind Dopamin, Serotonin, Noradrenalin und die Endorphine. Und was diese mit Führung gemein haben, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Auch bei Führung spielt das eine Rolle

Die schon 1985 wissenschaftlich aufgestellte Differenzierung zwischen der transaktionalen und der transformationalen Führung schlägt einen weiten Bogen zu den Glückshormonen.

Die transaktionale Führung ist zweckrational als Austauschbeziehung zwischen Mitarbeiter und Führungskraft im Sinne von Leistung für Geld oder Zeit für Geld. Transaktionale Führungskräfte werden oft mit diesen Attributen verbunden:

  • Micromanagement
  • Performance-orientiert
  • Fehler-orientiert
  • passive Führung, die aktiv wird, sobald ein Fehler oder eine Prozessunzulänglichkeit entsteht
  • autoritärer und laisser-fairer Führungsstil

Die Wirkung der transformationalen Führung ist hingegen auf einer kognitiven Ebene und folgt deutlich mehr Werten, Symbolen, Inspiration und Emotion. Im nebenstehenden Beispiel sieht man einige Aspekte den beiden Führungsmaximen zugeordnet. Transformationale Leader werden oft mit diesen Attributen verbunden:

  • Freiraum gebend
  • charismatische Führung
  • Inspiration
  • intellektuelle Stimulation
  • individuelle Wahrnehmung und Führung

Dopamin, Serotonin, Noradrenalin und Endorphin

Das war ein langer Bogen zum Thema Glückshormone. Der Chemiecocktail aus Dopamin, Serotonin, Noradrenalin und Endorphin in unserem Gehirn steuert unser Wohlbefinden, unsere Laune, unser Glücksgefühl und unsere Wahrnehmung. Hier mal eine Aufstellung und Begriffsklärung der vier Brüder und Schwestern.

DopaminSerotoninNoradrenalinEndorphin

Dopamin steuert unseren Antrieb und Interesse. Im Grunde ist es die Energie, etwas anzupacken, was uns glücklich macht. Alles Angenehme, Schöne, Interessante, Fantasievolle wird durch Dopamin stimuliert.

Zu viel Dopamin kann zu exzessivem Verhalten führen (Impulsivität, Extrovertiertheit). Auch bei Psychosen oder Schizophrenie findet man eine außergewöhnlich hohe Dopamin-Konzentration.

Bei Mangel an Dopamin machen wir nichts. Antriebs-, Interesse- und Lustlosigkeit, die auch Symptome für Depressionen sein können, sind die Folge.

Serotonin dient nämlich dazu, die Psyche zu stabilisieren. Gelassenheit, Harmonie und Zufriedenheit werden dadurch beeinflusst. Serotonin steuert unser Sättigungsgefühl und dämpft unangenehmer Gefühle: Angst, Kummer, Sorgen, aber auch Aggressionen.

Ein Mangel an Serotonin wird bei unterschiedlichen psychischen Erkrankungen festgestellt: Angststörungen, Depressionen verschiedener Ausprägung, Zwangsstörungen.

Eine Überdosierung von Serotonin führt zu Unruhe, Angst, Erregtheit, Zittern und Muskelzucken.

Noradrenalin wird im Nebennierenmark und im Kleinhirn herzustellen, braucht es Dopamin und ein Enzym. Dieser Neurotransmitter steuert unsere Wachheit und unsere Aufmerksamkeit und ist eng mit dem Adrenalin verwandt.

Wird ein Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom festgestellt, wird oft Dopamin- bzw. Noradrenalinspiegel-Regulierung vorgenommen.
Noradrenalin ist ebenfalls ein wichtiges Arzneimittel in der Intensivmedizin, und wird unter anderem bei Hypotonie (niedriger Blutdruck), sowie anaphylaktischer, septischer oder kardiogener Schockreaktion verabreicht.

Endorphine sind als körpereigener Schmerzkiller, bekannt. Sie werden in unserer Hirnanhangsdrüse, der Hypophyse, produziert.

Größere Mengen von Endorphinen werden vor allem in Extremsituationen ausgeschüttet bspw. bei schweren Verletzungen oder starken Schmerzsituationen.

Auch positiver „Nervenkitzel“ führt zu gesteigerter Endorphinausschüttung. Endorphine können aber noch weit mehr als „nur“ Schmerzen dämpfen: Sie wirken beruhigend, stärken die Abwehr, sorgen für besseren Schlaf, nehmen Stress und machen gute Laune.

Grüße aus der Steinzeit

Wir wenden uns einem weiteren wichtigen Baustein in diesem Kontext zu. Es geht um einen uralten Teil unseres Gehirns: das limbische System. Falsche Führung und schlechte Ziele lösen Stress aus. Das “limbic Brain” entscheidet, wie wir spontan in Situationen reagieren. Das logische Denken braucht länger als der limbische Teil. Das limbische System ist quasi schon aus der Haustür raus, während sich die Logik noch die Schuhe schnürt. Also bildlich gesprochen 🤣 Die Reaktion kommt also zuvorderst aus dem limbischen Teil. Impulsivität und Emotionen sind also von Haus aus schneller als die logische Denke.

Stress kann Emotionen befördern

Sie kennen die Ausrede: “Entschuldigung, ich habe gerade Stress”. Hier haben Sie die Erklärung dafür. Das Gehirn kann in einer Phase sein, wo die Ausschüttung von Stresshormonen, zu denen Adrenalin, Noradrenalin und Kortisol gehören, das limbische System begünstigt. Der logische Teil des Gehirns wird dadurch weniger gut durchblutet und hängt den Emotionen hinterher. Die Stresshormone machen uns aber stärker. Oder, um im Bild des Neandertalers zu bleiben, macht uns bereit zu kämpfen. Die typischen Reaktionsmuster sind Aggressivität, Unmotivation, unsoziales oder unethisches Handeln, Egozentrik und eingeschränkte Kommunikationsfähigkeit.

Glücklich sein fördert logisches Denken

Der uralte limbische Freund kann auch Glückshormone ausschütten, dazu gehören die vorgenannten Dopamin, Serotonin, Endorphin und Amphetamin. Im Arbeitsalltag ist das ein Siebener im Lotto! Ich will damit sagen, dieser Idealzustand eines motivierten und glücklichen Kollegen ist selten und schwer zu erreichen. Sie erreichen dies nur durch gute Führung. Ihre Kollegen sind in dieser Situation effektiv, zielorientiert, selbststeuernd, motiviert und kooperieren mit anderen ideal und kommunizieren ergebnisorientiert. Führungskräfte, die im Wissen um die Bedeutung des limbischen Systems und der Botenstoffe modern führen, erreichen den Idealzustand ihrer Mitarbeiter. Messbar ist dies nicht nur durch die Mitarbeiterzufriedenheit, sondern auch über Fehlzeiten und Fluktuation im Besonderen.

Toxisch wirkende Führungskräfte machen das Gegenteil. Sie lösen durch Druck und Micromanagement permanent Stress auf ihre Kollegen aus. Damit schaffen sie einen Zustand der Angst und Unsicherheit, die im limbischen System zu einem Fluchtreflex führt.

Viel Erfolg bei Ihrer guten Führung!

Beste Grüße

Ihr Marcus K. Reif

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