Februar 4, 2018 Alles!, Recruiting 1 Kommentar

Schon längst ist das, was wir Fachkräftemangel nennen, nicht mehr ein rein deutsches Phänomen. So gut unserem Land dank des enormen Wirtschaftswachstums geht, auch um uns herum boomen die Volkswirtschaften – vor allem Osten und mit einem verblüffenden Effekt auf deutsche Arbeitgeber.

Fährt man durch Bratislava oder Budapest erlebt man richtige Boom-Towns. Baukräne und neue Bürogebäude wohin man auch schaut. Und dabei oft nicht nur der einheitsgraue Glas-Beton-Mix, der bei uns so manches Büroviertel prägt sondern postmoderne Yuppie-Viertel mit fast schon spielerischer Leichtigkeit entlang der Donau. Das ganze gepaart mit einer Aufbruchsstimmung und Unternehmertum, was junge Talente hervorbringt und anzieht. Aber das hier soll kein Reiseführer sein, sondern auf ein ernstzunehmendes Problem für die deutsche Wirtschaft, vor allem den Mittelstand, hinweisen.

Denn der Ost-Boom, den wir anhand der Nummernschilder der LKWs auf deutschen Straßen täglich erkennen können, hat längst auch typische Nearshoring-Standorte deutscher Unternehmen erfasst. So beträgt die Arbeitslosenquote in Tschechien sensationelle 2,9% und liegt damit deutlich unter unserer eigenen. Und die in Rumänien ist gerade halb so hoch wie bei unseren französischen Nachbarn. Das liegt gerade auch am deutschen Nearshoring, nachdem viele deutsche Unternehmen mit dem klassischen Offshoring in Asien alles andere als gute Erfahrungen gemacht haben. In Rumänien (wie die meisten ehemaligen Ostblockländer mit klassisch guter MINT Ausbildung gesegnet) sind IT-Mitarbeiter von der Einkommenssteuer befreit – das sind genau die Fachkräfte die wir hier in unserer Lücke vermissen. Also liegt die Idee doch auf der Hand: wahlweise dort eine Tochtergesellschaft gründen und mit top-Talenten ausstatten – oder gleich für Deutschland rekrutieren, kein Problem im EU Binnenmarkt.

Die Krux: viele deutsche Unternehmen tun sich enorm schwer in diesen Ländern eine Arbeitgebermarke und die nötige Bekanntheit aufzubauen. Das ist alles noch viel schwerer als hierzulande wo man die Marken vieler Mittelständler kennt – und sei es nur, weil man auf dem Weg zur Arbeit auf der Autobahn an ihren Gebäuden vorbeifährt oder man am Samstag in der Sporthalle schon mal das Logo auf einem Banner gesehen hat. Und natürlich, weil wir hier die Sprache sprechen, die Kultur kennen und „Frau Meier aus der Personalabteilung“ schnell mal Xing durchsuchen oder die Stelle bei Stepstone eintippen kann. Dumme Sache: fremde Länder andere…Jobbörsen und Karrierenetzwerke. Kennen Sie Profesia? Der Platzhirsch der Jobbörsen in der Slowakei. Wenn Sie posten wollen, dann dort. Oder im Karrierenetzwerk Karrierà – dafür brauchen Sie aber eine slowakische Steuernummer, sonst geht das nicht.

Und wenn man diese Hürden genommen hat und seine Stelle vor Ort veröffentlicht (oder sich mit Active Sourcing versucht, vorausgesetzt man hat die Sprache im Repertoire), dann steht da die Stelle von XY GmbH und konkurriert gegen die anderen Arbeitgeber. Nicht nur gegen die internationalen Big Brands sondern auch noch gegen lokale Unternehmen, die dort jeder kennt. Schade, die Lösung klang so gut für unser Fachkräfteproblem.

Aber keine Sorge, es gibt da etwas. Und zwar etwas ziemlich geniales. Ein paar gute Freunde von mir haben sich länger Gedanken dazu gemacht. Alle deutschen Unternehmen, von Siemens bis zum Kleinsten, besitzen eine der stärksten und bestangesehensten Marken der Welt. Nämlich „Made in Germany“. Das steht (zur Recht!) für Qualität und Zuverlässigkeit und – und das ist die Idee: es steht auch für tolle Arbeitgeber mit guten und fairen Konditionen. Und so haben die drei, die seit vielen Jahren in der deutschen Recruiting-Szene bekannte Innovatoren sind, die Marke JobsfromGermany gegründet. Und rekrutieren damit für deutsche Unternehmen im Ausland. Mal für die Tochtergesellschaften im Land, mal um Talente nach Deutschland zu holen. Und beides mit großem Erfolg. JobsfromGermany spielt mit den positiven Eigenschaften deutscher Unternehmen und zieht daher viele interessante Kandidaten an. Viele Ingenieure und IT Experten, aber auch beim Handel und der Produktionswirtschaft sind viele Kandidaten und Kandidatinnen interessiert an Kontakten zu deutschen Unternehmen.

Eine verblüffende Zahl zum Schluss: alle zwei Minuten wird eine Stelle irgendwo außerhalb Deutschlands bei einem deutschen Unternehmen vakant. Das ist ziemlich viel. Und teuer. Wer für sich selbst rechnen will, den verweise ich gerne auf meinen Artikel „was kostet eigentlich Fluktuation“.

Wenn Sie körbeweise gute Bewerbungen bekommen, dann gratuliere ich Ihnen von Herzen. Wenn nicht, empfehle ich unbedingt mal einen Blick in die neuen Boom-Länder. Und den Blog von haufe zum Thema „Schwache Arbeitgebermarke kann Firmen Millionen kosten“.

Die Experten, die Sie benötigen, sind irgendwo da draußen. Und wir brauchen sie dringend!

Übrigens, mein Freund Marc-Stefan Brodbeck ist der Gründer von JobsfromGermany. Seit vielen Jahren arbeiten wir mit vielen anderen Experten an optimalen Recruiting-, Kultur- und Employer-Branding-Strategien. Nun hat er die Leidenschaft, Unternehmen zu helfen, die richtigen Fachkräfte zu gewinnen. Das ist einen tiefen Blick auf seine Internetseite jobsfromgermany.de wert. 

JobsfromGermany rekrutiert für  die deutsche Wirtschaft im Ausland. Dabei spielt die Marke bewusst mit den positiven Eigenschaften von Made in Germany und hat daher viel leichter Zugang zu top Talenten als ein einzelnes Unternehmen.

JobsfromGermany führt Employer Branding-Kampagnen durch und baut einen großen, branchenübergreifenden Talentcommunity auf, in der die Kandidaten nicht zur Jobangebote sondern auch Deutschkurse, internationale Praktika und viele weitere Angebote erhalten. Dadurch und weil das ganze komplett erfolgsabhängig und mit lokalen Recruitern im jeweiligen Land erfolgt, ist es nicht nur besonders günstig sondern auch schnell.

verfasst durch Marcus K. Reif
Passionierter Personaler, engagierter Kommunalpolitiker, stolzer Vater und treuer Eintracht-Frankfurt-Fan. Erfahren Sie mehr über mich auf meiner Profilseite. Freue mich auf den Dialog! Und bis dahin gibt es Neues auf Twitter @marcusreif