In dem Artikel wird die Sendung von Sabine Christiansen erwähnt. Auf youtube.com finden sich ne Menge Videos, hier mal eines mit acht Minuten Länge: "Hartz IV muss weg | Lafontaine und Merz". Ein gutes Video, was zeigt, wie man mit Populisten umgehen kann. Ungerechtigkeit ist bei keinem Politiker Zielsetzung. Vernünftige Darstellung eine andere.
Und der andere Artikel auf welt.de hätte mich kaum interessiert, wenn die Überschrift nicht "Parteienforscher prophezeit SPD 15 bittere Jahre" gelautet hätte. Ich mache ja jetzt auch schon ein paar Jahre Kommunalpolitik. Trotzdem verstehe ich die Rhetorik nicht, wenn Lafontaine sagt, dass 2009 eine Koalition mit der SPD nicht möglich sei, aber 2013 alles offen ist. Auf was hofft er in den vier Jahren? Die SPD wird die gleiche sein, das Wählerklientel wird das gleiche sein, nur die handelnden Köpfe - so sein Plan - dürften neu sein. Aber dadurch ändert sich doch keine Koalitionsfähigkeit! Dreht sich ja eigentlich auch nur um wenige Fragen der politischen Richtung: Die Linke will raus aus den Kriegseinsätzen, äh, Verteidigungsaufgaben außerhalb Deutschlands und keine Rente erst mit 67, sondern gefühlt wahrscheinlich schon Rente mit 52. Also so groß sind die Barrieren gar nicht.
Die aktuelle Umfrage auf welt.de, welche Koalition die Welt-Leser gern am 27.09.2009 wählen würden, gibt ein gutes Bild. Übrigens haben hier Stand eben über 11.400 Personen abgestimmt. Also statistisch gesehen durchaus repräsentativ, wenn auch die Grundgesamtheit einseitig auf die Rezipienten der Welt online ausgerichtet ist. So, hier sagen nur 14 %, dass die Linke an einer Regierung beteiligt werden sollte. Damit verbietet sich der SPD jegliche Annäherung. Aber, wie Lafontaine schon sagte: für 2009!
- CDU/CSU: 36 %
- SPD: 24 %
- FDP: 14 %
- Bündnis 90/Die Grüne: 11 %
- Die Linke: 9 %
Quelle: Politbarometer vom 24. Juli 2009
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung schreibt auf FAZ.NET zwei gute Berichte: "SPD gibt sich siegesgewiss" sowie "Stampfende SPD" Beste Grüße und schönen Sonntag Marcus Reif
