Wollte im Grunde schon immer mal was zur SPD-Medienholding schreiben. Das ist zwar sehr vulgo, denn genau heißt diese Institution "Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft mbH". Bekannt geworden ist sie für mich aus der damaligen Rettungsaktion der Frankfurter Rundschau. Die bekanntesten Beteiligung der SPD sind die Westfälische Rundschau, Neue Westfälische, Öko-Test, Frankenpost, Frankfurter Rundschau und Hit-Radio FFH. Da kann man durchaus mal die Zunge schnalzen lassen. Da bekommt die "unabhängige Zeitung" eine ganz andere Bedeutung, was sich bei der Frankfurter Rundschau schon mal deutlich gezeigt hat. Damals, als die Zeitung unter dem Subtitel "Die abhängige Tageszeitung" erschien. Das war am Dienstag, dem 3. August 2004. Als einen Tag später die F.A.Z. titelte: "Woody, der Unglücksrabe", wusste dann auch die mediale Welt, wem man das in die Schuhe geschoben hatte. Woody Allen war's! Aber gut, zurück zur Medienholding.
Im Geschäftsjahr 2008 hat die Holding einen Gewinn nach Steuern von 15,5 Millionen Euro erwirtschaftet. Das sind 1,7 Millionen Euro weniger als im Vorjahr (17,2 Mio. Euro). Bereinigt um den 2006er Sondereffekt - nämlich den teilweisen Anteilsverkauf an der Frankfurter Rundschau auf nunmehr 40 % Anteil - liegt das Ergebnis aber leicht oberhalb des Mittels der vergangenen fünf Jahre. Was verdient die SPD an ihren Medienbeteiligungen? Für 2008 werden 11,4 Millionen Euro aus dem Bilanzgewinn 2007 an die SPD ausgeschüttet. Abzüglich Steuern verbucht SPD-Schatzmeisterin Dr. Barbara Hendricks damit unterm Strich einen Liquiditätszufluss von 9,6 Millionen Euro. Für 2009 werden voraussichtlich 9,0 Millionen Euro aus dem Bilanzgewinn 2008 ausgeschüttet. Der erwartete Liquiditätszufluss für die Partei liegt laut DDVG-Schätzung dann bei etwa 8,1 Millionen Euro.
Aber die SPD-Medienholding ergreift noch einige Maßnahmen: bei der "Verlagsgruppe Hof, Coburg, Suhl" beispielsweise seien Restrukturierungsmaßnahmen unabdingbar. Hier werde es 2009 Entlassungen im Bereich Vorstufe geben. Rund ein Viertel der etwa 40 Mitarbeiter soll gehen. Sicherlich auch selten, dass die Genossen solche Maßnahmen ergreifen.
Die Medienholding auf wikipedia.de
Marcus Reif
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