Wir reden seit Jahren über Fachkräftemangel. Wir haben das Problem trotzdem nicht gelöst. Jetzt liegen neue Zahlen auf dem Tisch — und sie sind schlechter als befürchtet. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) rechnet für 2036 mit einer Arbeitskräftelücke von 4,3 Millionen Personen. Noch vor zwei Jahren lag die eigene Prognose bei knapp drei Millionen. Eine Revision um 43 Prozent innerhalb von 24 Monaten.

Drei Zahlen, die man kennen muss:

  • → 55 Millionen Menschen sind heute erwerbsfähig. 2036 werden es 51,2 Millionen sein. 2045 noch 50,4 Millionen.
  • → Bis 2036 erreichen lediglich 9,8 Millionen Personen das erwerbsfähige Alter — viel zu wenig, um die ausscheidenden Babyboomer zu ersetzen.
  • → 2045 werden voraussichtlich nur noch 81,1 Millionen Menschen in Deutschland leben. 2,9 Prozent weniger als heute.

Das IW nennt drei Ursachen:

  • Die Babyboomer verlassen den Arbeitsmarkt schneller als der Nachwuchs nachrückt.
  • Die Zuwanderung fällt deutlich geringer aus als noch 2024 projiziert.
  • Deutschland verliert an Attraktivität — wegen anhaltender Konjunkturschwäche und wachsender Arbeitsmarktprobleme.

Das ist kein Warnsignal für die Zukunft. Das ist eine strukturelle Entscheidung, die wir als Gesellschaft gerade treffen — durch Untätigkeit. Für HR-Verantwortliche bedeutet das: Retention wird zur Überlebensstrategie. Employer Branding kein Nice-to-have. Internationale Rekrutierung kein Sonderprojekt mehr. Die Frage ist nicht mehr, ob das Problem kommt. Die Frage ist, ob Unternehmen bereit sind, wenn es ankommt.

Viel Erfolg bei Ihrer Arbeit. Sie ist so wichtig.

Mit meinen besten Grüßen

Ihr Marcus K. Reif


Screenshot

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