Willkommen auf dem Blog von Marcus K. Reif | Meine Arbeit gibt Ihnen Zeit für Ihre!

So manches Unternehmens kujoniert Bewerber mit übertrieben überflüssiger Automatisierung, die keine gute Application- oder Candidate-Experience bietet. Jo Diercks nannte das mal das “Rattenrennen der KI“, denn irgendwann rüstet auch die andere Seite auf. Und so kommt es. Mit LoopCV ist ein erstes KI-basiertes Tool auf dem Markt, welches ganz vernünftige Ergebnisse für Bewerberinnen und Bewerber bietet. Schauen wir uns das mal gemeinsam an.

In einem Twitter-Beitrag von Oliver Erb berichtete er von seinem Testlauf mit LoopCV, über den er hier auch bloggte. Super interessant, das zu lesen. Ich machte mir auch die Freude und schaute mir das Tool an. Es ist einfach. Registrieren, Lebenslauf hochladen, Präferenzen auswählen und los geht es. Zur Sicherheit habe ich keine Automatisierung der Bewerbungen vorgenommen, weil ich derzeit keinen Arbeitgeberwechsel intendiere. Also ist mein Test quasi ohne die Erlebnisse, über die Oliver berichten konnte.

Historisch betrachtet kamen wir in den Jahren 1990-1997 aus einem traditionellen Arbeitgebermarkt. Die Arbeitnehmer musste sich bemühen und teils auch gegen eine gewisse Besetzungsarroganz der Arbeitgeber arbeiten. Die New-Economy-Phase kehrte bis zum symbolischen 9/11 den Arbeitsmarkt um. Die Talente hatten auf einmal Oberwasser und bestimmte Kompetenzen waren rar, wurden gut bezahlt und die Arbeitgeber bemühten sich intensiv um diese. Der War for Talent war spürbar. Die Krisen der Jahre 2001, 2003/2004, 2008/2009 und die Zeit der COVID-19-Pandemie bedeckten die Talenteknappheit ein Stück weit.

Arbeitgeberarroganz hinfällig

Bewerber sitzen heute am längeren Hebel. Und immer noch sind Recruiting-Prozesse vollständig innengerichtet, die Hiring-Manager glauben oftmals noch, sie sitzen am Drücker und entscheiden über Einstellung oder nicht. Vorgesetzte behandeln Mitarbeiter immer noch nicht flächendeckend auf Augenhöhe und müssen mit steigender Fluktuation umgehen. Mitarbeiter fragen nach 5.000 Euro Gehaltserhöhung, die empört zurückgewiesen wird, aber Urlaube können auch nicht einfach so genommen werden, die Kollegin oder der Kollege ist ja unverzichtbar. So manche Kündigung, die hätte vermieden werden können, resultiert in die Beauftragung eines externen Personalberaters, der für ein Vielfaches der vorgenannten Gehaltserhöhung hilft, die Vakanz zu besetzen.

Und nun können Bewerber noch bequemer ihren Arbeitsmarkt im Blick behalten. Das mit künstlicher Intelligenz arbeitende Tool LoopCV sucht die semantischen und syntaktischen Gemeinsamkeiten aus dem eigenen Lebenslauf in Online-Stellenmärkten, Karriere-Webseiten und Aggregatoren.

Einstellungen

Ich habe meinen Lebenslauf auch hochgeladen, die folgenden Schlagworte in meinem Loop hinterlegt:

Head of Human Resources

  • Location: Frankfurt am Main
  • Experience: >4 Jahre (geht leider nicht größer)
  • Type: Vollzeit
  • Keywords: Human Resources, Personalabteilung

Und schon arbeitet das System. Man bekommt laufend Updates zugeschickt, wie erfolgreich die Suche gewesen ist. Und nach ein paar Tagen zeigt sich bei mir der stolze Wert von 213 Jobs, die gefunden wurden, von denen 6 ein Match sind.

ziemlich gute Matches

Schauen wir uns die Matches mal an:

Dopplungen sind vermutlich nicht zu vermeiden, aber alles in allem ist das ein sehr treffendes Ergebnis. Kein Vergleich zu den vielen Praktikanten- und Metzger- bis Schreiner-Angeboten, die auf die gleichen Schlagworte über Xing so eintrudeln.

Steuerungsmöglichkeiten und Statistik

Das System gibt einem gute Steuerungsmöglichkeiten an die Hand. Ich habe selektiert, dass ich keine automatisierten Bewerbungen per E-Mail mit einem individuellen Text, den ich selbst einrichten kann, wünsche. Das System kann aber auch darüber hinaus versuchen, die Bewerbungsformulare auszufüllen. Das ist schon richtig smart! Und die Loop-Statistik gibt mir einen guten Blick, wo ich stehe, aus welchen Gründen die KI welche Sortierung wählte und was für einen Match wesentlich war.

Wir haben als Personaler mit LoopCV ein Rendezvous mit der Realität. Ein klein wenig davon ist heute schon da, viel mehr davon wird morgen eine Rolle spielen. Und immer vor dem Blick auf die Wirklichkeit: wir haben einen Arbeitnehmermarkt! Die Talenteknappheit ist evident, der War for Talent ist brutal da.

maschinenlesbarer Lebenslauf

Tipp für alle, die LoopCV nun ausprobieren wollen: Sie müssen die Aspekte des maschinenlesbaren Lebenslaufs beachten: Die Mär vom persönlichen Ansprechpartner im Unternehmen für meine Bewerbung. Lesen Sie gerne diesen Blog-Beitrag, denn das erhöht die Relevanz Ihres Lebenslaufs bei KI-gestützten Analysen.

Wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Arbeit.

Mit besten Grüßen

Ihr Marcus K. Reif

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