Da gibt es spannende Diskussionen. Matthias Horx geht da gerade in eine andere Richtung. Er sagt, dass in fünf bis sechs Jahren kein Mensch mehr bei Facebook ist. Mag sein, sicherlich eine Hypothese, über die man länger philosophieren kann. Aber viel mehr mag ich mich mit dem Gedanken beschäftigen, wie wichtig wird denn künftig eine eindeutige virtuelle Identität zur persönlichen?

Suche ich online nach mir selbst, treffe ich einige Namensvetter. Der eine ist Anwalt, der andere Koch, wieder ein anderer beschäftigt sich mit gebrauchten Fahrzeugteilen. Mein Name ist jetzt nicht übermäßig häufig anzutreffen, sucht man aber nach den gängigen Kombinationen bekannter Vornamen mit den noch gängigeren Nachnamen Müller, Mayer, Schulze usw., sind die Ergebnisse deutlich größer.

Das führt zur These: wenn heute schon viele Personalentscheidungen aufgrund der Online-Reputation beeinflusst werden, muss man a.) von einer größer werdenden Bedeutung ausgehen und b.) wird die Namensgebung der neuen Erdbewohner wichtiger?

In seinem Buch ‘was würde Google tun?’ schreibt der Medienwissenschaftler Jeff Jarvis: “Wenn Sie heutzutage nicht über Google gefunden werden, ist es beinahe so, als existierten Sie gar nicht”. Und das darf gerne etwas enger und präziser formuliert werden, so wie es Tobias Becker auf Spiegel.de tut:

“ohne digitale Identität keine analoge Identität”. “Ich wette”, schreibt Jarvis, “bald geben Eltern ihren Kindern besonders ausgefallene Namen, damit sie bei einer Google-Suche auffallen”

Also wird es noch mehr Jan-Malte Peter Schmidt geben oder ähnlich für heutige Verhältnisse ausgefallene Kombinationen, weil das Google-Ranking wichtiger wird? Interessanter Gedanke …

Beste Grüße

Marcus Reif

verfasst durch Marcus K. Reif

Passionierter Personaler, engagierter Kommunalpolitiker, stolzer Vater und treuer Eintracht-Frankfurt-Fan. Erfahren Sie mehr über mich auf meiner Profilseite. Freue mich auf den Dialog! Und bis dahin gibt es Neues auf Twitter @marcusreif