In den USA ist das Instrument “Einstellungsbonus” oder auch neudeutsch “Signing-Bonus” etablierter als hier in Deutschland. Meistens ist das noch sehr unüblich. Gerade im Sport, nehmen wir mal die Bundesliga, sind solche Transferbestandteile schon populärer. Aber in der klassischen Industrie?! Eher weniger, doch Tendenz steigend. 

Was genau ist eigentlich ein Signing-Bonus? 

Der Einstellungsbonus kann mehrere Treiber haben. Der wesentliche Impetus dürfte im Anreiz liegen, eine gewünschte Persönlichkeit den Arbeitsplatzwechsel, der ja immer auch mit einem gewissen Risiko und Unwägbarkeiten behaftet ist, schmackhaft zu machen. In vielen Beispielen liegt der Grund natürlich auch rein monetär begründet. In einem hart umkämpften Markt versucht man, die richtigen Kandidaten zu gewinnen. Und Teil der Wirklichkeit ist, dass diesen Kandidaten durch einen Jobwechsel eben erkleckliche Teile des Bonus beim bisherigen Arbeitgeber durch den Wechsel entfallen oder gekürzt werden. Der Einstellungsbonus hilft, den entgangenen Bonus ein Stück weit zu kompensieren. 

Wer fragt nach dem Signing-Bonus?

Alle, die couragiert genug sind, bei der Vertragsverhandlung danach zu fragen. Ich habe selten erlebt, dass Unternehmen hier nicht gesprächsbereit sind. Liegt natürlich auf der Hand. In einem hart umkämpften Markt versucht man, die richtigen Kandidaten zu gewinnen. Und Teil der Wirklichkeit ist, dass diesen Kandidaten durch einen Jobwechsel eben erkleckliche Teile des Bonus beim bisherigen Arbeitgeber durch den Wechsel entfallen oder gekürzt werden. Der Einstellungsbonus hilft, den entgangenen Bonus ein Stück weit zu kompensieren. 

Warum offerieren Arbeitgeber den Signing-Bonus?

  • um ein wettbewerbsfähiges oder überwettbewerbsfähiges Gehaltspaket zu offerieren
  • um im Vergleich zu einem höheren Grundgehalt eine Dysbalance im internen Gehaltsvergleich zu vermeiden (Einmalzahlung vs. regelmäßiges und dauerhaftes Grundgehalt) 
  • um entgangene Bonuszahlungen beim alten Arbeitgeber zu kompensieren 

Sollten Sie einen Signing-Bonus annehmen?

Verstehen Sie in erster Linie die Regeln des Signing-Bonus. Ist dieser an Haltefristen gebunden? An Erfüllung anderweitiger Ziele? An eine Mindestzugehörigkeit zum Arbeitgeber? Wie sehen Rückzahlungs- oder Teilrückzahlungsregelungen, bspw. über einen Zeitraum in gestaffelten Rückzahlungsbeträgen, aus? Ansonsten spricht weder rechtlich noch ethisch etwas gegen einen Einstellungsbonus. In vielen Branchen gehört er heute schon zu den üblichen Hygienefaktoren beim Gehaltspaket. 

Wie wird dieser geregelt?

Da gibt es wenig pauschale Regelungen. Der Signing-Bonus kann im Vertrag als Einmalzahlung geregelt werden oder aber in Form eines Addendums zum bestehenden Vertrag, analog der üblichen Vereinbarungen zu Garantiebonus im ersten Jahr etc. Der Einstellungsbonus wird in der Regel direkt bei der Einstellung eines neuen Mitarbeiters gezahlt. Ist also auch seitens des Arbeitgebers eine Art Vorschussvertrauenszahlung in die Leistung und das potenzielle Wirken einer Persönlichkeit, die man für sich gewinnen möchte. 

Beste Grüße 

Marcus Reif 

verfasst durch Marcus K. Reif
Passionierter Personaler, engagierter Kommunalpolitiker, stolzer Vater und treuer Eintracht-Frankfurt-Fan. Erfahren Sie mehr über mich auf meiner Profilseite. Freue mich auf den Dialog! Und bis dahin gibt es Neues auf Twitter @marcusreif