Wolfgang Brickweddes Social-Media-Recruiting-Report 2012

Habe mir vorhin mal die Präsentation von Wolfgang Brickwedde zum Social-Media-Recruiting 2012 angeschaut. Der Hype um Social-Media und insbesondere die Bedeutung für das Employer-Branding und Recruiting in Großorganisationen geht mir schon ein wenig gegen den Strich. Neue Kanäle entwickeln sich häufig, werden Schwerpunkt und können dieses Stadium auch wieder verlassen. Ist also kein Novum, sondern der normale Bestandteil unserer täglichen Arbeit. Und es ist gut, wenn man sich die Zeit nimmt, um mal hintergründig auf solche Kanäle und neue Themen zu schauen.

Dafür eignet sich der Report von Wolfgang Brickwedde sehr gut. Das hat Wolfgang wieder gut gemacht. Sehr strukturiert und dienlich für die Arbeit des Arbeitgebers.

Hier mal ein kleiner Einblick in die Report-Themen:

Top-Aufsteigerthemen

Die Top-Aufsteigerthemen dieser Zeit sind aus Wolfgangs Sicht:

  • Employer-Branding
  • Social-Media-Recruiting
  • Professionalisierung des Recruitings

Das passt einigermaßen. Ist ja wirklich nicht oft der Fall, dass ein Blick in die Zukunft sich mit den Herausforderungen der Unternehmen deckt. Viele Trendforscher und Institute packen eine Menge an Folklore in ihre Aussagen.

Herausforderungen für Arbeitgeber

Die Herausforderungen für Arbeitgeber (siehe mein Beitrag: “Die Herausforderungen im Recruiting” und “Herausforderungen im Employer-Branding – Die Wünsche der Generationen“):

  • demografischer Wandel
  • Wertewandel der Zielgruppe Hochschulabsolventen
  • technologische Entwicklung

Also drehen sich alle Maßnahmen und Aktivitäten des Employer-Brandings um diese drei Themen. Diese Perspektive eingenommen zeigt es sich, dass Social-Media ein wichtiges Thema ist, weil Teil der Sourcing-Strategie des Recruitings, aber eben eingebettet in die Herausforderungen für Arbeitgeber bleiben muss. Man darf das große Ganze nicht aus dem Auge verlieren. Deshalb ist der Hype um Social-Media für meinen Geschmack eine bedauerliche Ablenkung von den Herausforderungen. Die Maßnahmen, die jeder Arbeitgeber dagegen ergreifen muss, sind hoch individuell und selten pauschal. Deshalb bleibe ich hier auf der Meta-Ebene.

Aber wieder zurück zur Social-Media-Recruiting-Report 2012:

  • xing.com als Plattform bevorzugt, deutlich vor Linkedin und Facebook
  • rund 50 % aller Unternehmen nutzen keine Social-Media-Netzwerke
  • nur 10 % aller Unternehmen nutzen Facebook für ihre Marketing-Zwecke
  • die meisten Einstellungen generieren die Unternehmen weiterhin über Online-Stellenmärkte
  • gefolgt von der eigenen Karriereseite im Internet
  • auf dem dritten Platz folgen die Empfehlungen durch Mitarbeiter
  • die sozialen Netzwerke sind auf dem vierten Platz mit den stärksten Zuwachsraten
  • die Investitionsbereitschaft für soziale Netzwerke wurde als steigend angegeben

Alles in allem sind das nachvollziehbare Ergebnisse. Viele der mittelständischen Arbeitgeber haben ja ganz andere Ressourcen zur Verfügung, um sich gleich auf neue Sourcing-Kanäle zu stürzen. So gesehen sind die Ergebnisse ein realistisches Spiegelbild.

Präsentation auf Slideshare

 

Weitere Informationen

Kontakt zu Wolfgang Brickweddes Institut für Competitive Recruiting (ICR)

Wolfgang Brickwedde
Institute for Competitive Recruiting
Römerstraße 40
69115 Heidelberg
Telefon: +49 (0) 6221 7194007
E-Mail: info@competitiverecruiting.de

Links: 

Eine Bemerkung sei mir noch erlaubt. Aus meiner Sicht einer der größten Fehlentscheidungen des Dudens, das Wort “proaktiv” aufzunehmen. Selten ein dümmeres Adjektiv gehört! Wie gut, dass der Duden nicht mehr maßgeblich ist für die deutsche Sprache.

Beste Grüße

Marcus Reif

verfasst durch Marcus K. Reif

Passionierter Personaler, engagierter Kommunalpolitiker, stolzer Vater und treuer Eintracht-Frankfurt-Fan. Erfahren Sie mehr über mich auf meiner Profilseite. Freue mich auf den Dialog! Und bis dahin gibt es Neues auf Twitter @marcusreif