Für die meisten Deutschen ist es völlig selbstverständlich, dass es Personalberatungen, Personalberater und Headhunter gibt. Die Wenigsten wissen, dass es auf die Vermittlung von Arbeitskräften ein Monopol gab für die Bundesagentur für Arbeit bzw. Bundesanstalt für Arbeit, wie sie damals hieß. Das Monopol besagte, dass die Behörde und ihre nachgeordneten Dienststellen alle Vermittlungen vornahmen. Die deutschen Headhunter durften lediglich auf Basis einer moralisch-bindenden Vereinbarung nach Topmanagern suchen. Diesen Modus operandi erreichte Personalberatungsikone Jürgen B. Mülder und seine Mitstreiter. Für Mölder, damals im 1983 gegründeten Lobby-Verband “Vereinigung deutscher Executive Search Berater” aktiv, war dies eine wirtschaftlich sehr bedeutende Regelung.

Als das Monopol der Bundesanstalt für die Vermittlung 1994 fiel, löste das einen ungeahnten Boom an Personalberatungen aus. Vor der Wirtschaftskrise zählten rund 2.500 Personalberater in Deutschland zur Zunft.

Der Lobby-Verband “Vereinigung deutscher Executive Search Berater” wurde übrigens im Februar 2005 aufgelöst. Ein Teil der Top-Personalberatungen hat seine Verbandsarbeit zur “Association of Executive Search Consultants” verlagert. Zu erreichen unter: http://www.aesc.org. Diese Verbände gaben sich einen Berufsethos mit dem so genannten “Code of Ethics”. Dieser Ethos sollte ein Prädikat für gute Arbeit sein, damit sich auch an der Arbeitsweise und nicht nur an Marketing die Spreu vom Weizen trennt.

Die führenden Personalberater arbeitn übrigens auf Retained-Search-Basis, also der Bezahlung von einem Teil des Bruttogehalts des Kandidaten in einer Drittelregelung: 1/3 bei Auftragserteilung, 1/3 bei Vorstellung oder persönlichem Gespräch des Kandidaten beim Kunden sowie 1/3 bei Einstellung.

Tatsächlich arbeiten viele Personalberater auf Contingeny-Basis, also der erfolgsabhängigen Suche nach potenziellen neuen Mitarbeitern. In vielen Blogs und redaktionellen Beiträgen wird die erfolgsabhängige Suche als untypisch für die Branche bezeichnet. Ich persönlich habe gute Erfahrungen damit gemacht und würde dies nicht als Merkmal unseriöser Arbeit werten.

Beste Grüße

Marcus Reif

verfasst durch Marcus K. Reif

Passionierter Personaler, engagierter Kommunalpolitiker, stolzer Vater und treuer Eintracht-Frankfurt-Fan. Erfahren Sie mehr über mich auf meiner Profilseite. Freue mich auf den Dialog! Und bis dahin gibt es Neues auf Twitter @marcusreif