Habe eine interessante Studie gelesen zum aktuell wieder richtig in Mode gekommenen Thema “Generation Y”. Mein Kollege meinte erst kürzlich zu mir, dass aus seiner Sicht das Thema schon “durch” ist. Und ja, die Ansicht ist so falsch nicht. Über die sich ändernden Generationenbedürfnisse wird seit Jahren geschrieben. Und in der Blogosphäre gibt es einige exzellente Blogs, die sich nur um die Generationen-Thematik drehen.

Beruflich kann ich mich diesem Thema nicht verschließen. Für einen Arbeitgeber ist das eine stetige Aufgabe, um die eigenen Programme und Prozesse zu überprüfen und auf Marktfähigkeit zu optimieren. Für einen Arbeitgeber, der viele Absolventen einstellt, ist ein optimales Angebot an die aktuelle Generation essenziell. Und auch auf diesem Blog habe ich etliche Beiträge zu den Generationen.

Nun zur neuen Cisco-Studie:

Die Kommunikation der Generation Y ist mit dem Netz verknüpft

Mit einer zu oberflächlichen Pauschalisierung bestimmter Aspekte einer Generation tue ich mich schwer, siehe auch meinen letzten Blog-Beitrag “Generation Ladekabel | und andere Generationen im Recruiting & Employer-Branding“. Übernehme mal den Eingesang der Cisco-Studie als Zitat:

Morgens prüft 90 Prozent der Generation Y weltweit als erstes mittels Smartphone die erhaltenen Nachrichten, sei es per E-Mail, SMS, Applikationen oder über eine Social Media Plattform. Die 18-30-Jährigen können sich ein Leben ohne Internet nicht vorstellen. Sie wollen immer und überall online sein. Ihr Alltag ist mit dem World Wide Web verwoben. Die jungen Erwachsenen beeinflussen die Unternehmen als Kunden von aussen wie als Arbeitnehmer von innen. Die kürzlich veröffentlichte Cisco-Studie nahm deren Kommunikationsgewohnheiten unter die Lupe.

Gen Y - Germany

Auf die Frage, ob man als Start in den Tag eine Routine entwickelte, zuerst Nachrichten, E-Mails und Social-Media-Korrespondenzen zu lesen, antworteten: 37 % der Befragten in Deutschland sind immer online, 55 % “immer wenn es geht” und 8 % nie. Quelle: Cisco

Die wichtigsten Eckpunkte der Cisco-Studie

Gemäss dem Cisco® Connected World Technology Report (CCWTR.) fühlen sich zwei von fünf Jungen ohne die Möglichkeit, ein Smartphone zu nutzen und sich mit anderen verbinden zu können unsicher, als fehlte ein Teil von ihnen selbst. Das Smartphone ist ihr ständiger Begleiter. Die 18-30-Jährigen wollen nichts verpassen

  • Für die Generation Y ist Information immer real-time. Für neun von zehn der Befragten gehören Zähneputzen und Kurznachrichten schreiben  zur morgendlichen Routine. Sie wollen nichts verpassen.
  • 29 Prozent, also über ein Viertel, konsultieren ihr Smartphone so häufig, dass sie nicht wissen, wie oft es pro Tag vorkommt. Ein Fünftel sucht darauf spätestens alle 10 Minuten nach weiteren Neuigkeiten.
  • Ein Drittel der Befragten prüfen ihr Smartphone mindestens alle 30 Minuten, bei den IT-Fachleuten sind es 40 Prozent, in den USA sind es bereits über 50 Prozent.

Sie sind süchtig nach Verbundenheit

  • 60 Prozent der Generation Y greifen unbewusst oder spontan nach ihrem mobilen Telefon, um ihre Nachrichten abzurufen. 85 Prozent der Frauen gegenüber 63 Prozent der Männer geben diesen Impuls sofort nach.
  • 60 Prozent der obigen 60 Prozent wünschten sich jedoch, sie würden sich nicht gezwungen fühlen, das Handy ständig zu konsultieren.
  • Über 40 Prozent der Befragten litten unter Entzugserscheinungen, wenn ihnen das Smartphone für das Abrufen der Nachrichten und Social Media Plattformen genommen würde.

Sie kennen keine Grenzen zwischen geschäftlich und privat 

  • Um sich verbunden zu fühlen, verschwinden die Grenzen zwischen geschäftlichem und dem privaten, dem Freundeskreis und dem erweiterten Sozialen Netz.
  • Geschäftliche Nachrichten werden auch in den privaten Bereichen des Lebens abgerufen und private Nachrichten während der Geschäftszeit. Die Arbeitszeit ist elastischer geworden. Für die Generation Y gibt es keine klare Grenze zwischen Arbeits- und Freizeit. Die Zeiten überschneiden sich tags- und nachtsüber.

Im Bett und am Steuer: Kein Ort ist «heilig»

  • Smartphones werden auch in den persönlichsten Bereichen benutzt, drei von vier Befragten nutzen es im Bett, über ein Drittel auch im Bad.
  • 50 Prozent weltweit und 56 Prozent der Befragten Amerikaner beantworten ihre Nachrichten während der Essenszeiten am Tisch.
  • Ein Fünftel gesteht, trotz des Verbots während des Autofahrens Nachrichten zu schreiben.

Apps sind aus ihrem Alltag nicht mehr wegzudenken 

  • Knapp 70 Prozent der Generation Y finden, dass Apps in ihrem Alltag wichtig sind. Über die Hälfte nutzen Apps für Spiele und Unterhaltung, 27 Prozent setzen mobile Applikationen für ihre Arbeit ein.
  • 70 Prozent rufen weniger als 10 Apps auf ihrem Smartphone auf. Knapp ein Viertel der Befragten verwendet hingegen regelmässig zwischen 10 und 25 Apps.

Konsequenzen für die Unternehmer

  • Zwar sind Mitarbeitende so nahezu immer erreichbar, doch leiden sie häufig unter Neurosen und Ängsten. Der Work-Life-Balance der Mitarbeitenden ist deshalb die nötige Beachtung zu schenken.
  • Weltweit werden Smartphones den Laptops als Arbeitsgerät bevorzugt. Sie sind doppelt so beliebt wie ein Desktop PC und drei Mal so beliebt wie ein Tablet.
  • Die Generation Y produziert eine exponentiell steigende Datenmenge.
  • Die 18-30-Jährigen haben hohe Erwartungen, die von den Arbeitsbedingungen über ständig verfügbaren Support bis hin zum Online Shopping reichen.
Kommunikative und damit kulturelle Veränderungen ziehen strukturelle und strategische Anpassungen nach sich. Für Unternehmer ist es von Vorteil, darauf vorbereitet zu sein.

Zur Studie 

Der 2012 Cisco Connected World Technology Report wurde von InsightExpress, einer unabhängigen Martforschungsunternehmen der Vereinigten Staaten, in 18 Ländern. durchgeführt: USA, Kanada, Mexiko, Brasilien, Argentinien, Grossbritannien, Frankreiche, Deutschland, Niederlande, Russland, Polen Türkei, Südafrika, Indien, China Japan, Südkorea und Australien.

Data-Footprint

Beste Grüße

Marcus Reif

 

verfasst durch Marcus K. Reif
Passionierter Personaler, engagierter Kommunalpolitiker, stolzer Vater und treuer Eintracht-Frankfurt-Fan. Erfahren Sie mehr über mich auf meiner Profilseite. Freue mich auf den Dialog! Und bis dahin gibt es Neues auf Twitter @marcusreif