August 27, 2009 Alles!, Politik 16 Kommentare

Wieder mal kein Skandal, aber ein dickes “Ups” im Wahlkampf. Da wird die Nordkurve – so nennt Kajo Wasserhövel die SPD-Bundestagswahlkampfzentrale – sich die Hand an die Stirn geklatscht haben. Auf dem folgenden Plakat wirbt ein SPD-Mitglied und Kandidatin der JUSOs für die NRW-Kommunalwahl – der Nachname wird hier mal weggelassen, belassen wir es bei Jennifer – für die Abschaffung der Studiengebühren. Das ist für die SPD ein besonderes Thema und liegt nicht nur der Bundespartei am Herzen, sondern einigen Wählerinnen und Wählern auch. Per se keine Diskussion wert, aber wer ist denn die Dame dort?

SPD-Bildung

Jennifer auf dem Wahlplakat der SPD. Foto: SPD

Jennifer ist eine Studentin der EBC Düsseldorf und der EBC Dublin auf Diplom im Studiengang Tourismus- und Eventmanagement. Die EBC Düsseldorf nennt sich “European Business College” und ist eine Hochschule für internationales Management. Mehr unter http://www.duesseldorf.euro-business-college.de

Ein Studium dort kostet laut Recherchen der Süddeutschen Zeitung (Artikel unter http://www.sueddeutsche.de/politik/216/485640/text) rund 24.000,- EUR (Semestergebühren sowie Gebühren für Prüfungen und Unterrichtsmaterialien). Dies würde an einer Universität in Nordrheinwestfalen für lockere 47,8 Semester Studium reichen, also echt attraktiv für Langzeitstudierende. Und was ist nun Stein des Anstoßes? Politik hat wenige Aspekte, die den Wähler überzeugen. Vertrauen gehört dazu und Glaubwürdigkeit. Und eine Dame, die links predigt, aber rechts lebt, ist wenig glaubwürdig. Genau so wird das zum politischen Problem der Nordkurve.

Die Süddeutsche schreibt: Sie selbst war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Über ihr Profil im Internetnetzwerk Xing meldete sie sich aber am Abend mit diesen Worten: “Für alle, die es ganz genau wissen wollen: Mein Studiengang wird nicht an einer staatlichen Schule angeboten. Gerade weil ich weiß, wie schwierig es ist, Studiengebühren zu bezahlen, bin ich gegen generelle Studiengebühren wie sie CDU und FDP für alle Unis in NRW eingeführt haben.”

00000220_SPD-WahlplakatDas ist zumindest nicht dumm dahergeredet. Das ist ein gutes Beispiel, welcher Faux pas im Wahlkampf-Marketing lauern können. Lustig auf jeden Fall!

Und wenn der arme Minister Schäuble plakatemäßig veräppelt wird, braucht die SPD bei solch einer Vorlage nicht lange darauf zu warten, bis Gleiches mit ihrigen passiert, siehe hier (gefunden auf rcds.de):

Mit einem Grinsen verabschiede ich mich und wünsche einen schönen Abend.

Marcus Reif

verfasst durch Marcus K. Reif
Passionierter Personaler, engagierter Kommunalpolitiker, stolzer Vater und treuer Eintracht-Frankfurt-Fan. Erfahren Sie mehr über mich auf meiner Profilseite. Freue mich auf den Dialog! Und bis dahin gibt es Neues auf Twitter @marcusreif