Die Welt am Sonntag berichtet heute über eine Studie der Strategieberatung McKinsey zur demografischen Entwicklung und dem Rückgang qualifizierter Arbeitskräfte in Deutschland.

Während es gerade in den letzten zwei Jahren düster auf dem deutschen Arbeitsmarkt aussah – und zwar für Arbeitsnehmer – dreht sich in den nächsten Jahren der Markt und es könnte düster aussehen – und zwar für die Unternehmen. Vor einem massiven Arbeitskräftemangel warnt eine Studie von McKinsey. In fünf Jahren bieten demnach Firmen mehr Jobs an, als sie besetzen können. Das ist per se keine neue Nachricht, weil wir selbst in guten Zeiten des letzten Jahrzehnts immer einen Teil von 3-4 Mio. arbeitslos gemeldeten Personen hatten und trotzdem eine halbe Mio. unbesetzte Stellen für Fachkräfte.

Die Studie – übrigens laut Redaktionsangabe noch unveröffentlicht – rechnet bis zum Jahr 2020 mit einem Anstieg auf 2 Mio. unbesetzte Stellen. Der McKinsey-Chef Mattern lobt die Bundesregierung und ihr Keynes’schen Verhalten, zu investieren und die Kurzarbeit zu verlängern. Unternehmen sollen Gebrauch davon machen, weil die Personalbeschaffung deutlich teurer werden wird, als die Zeit, in der Personal nicht komplett ausgelastet werden kann. Ich hatte dazu vor ein paar Tagen einen Blog-Beitrag verfasst: Die Krise hinter der Krise.

Vor diesem Hintergrund empfehle ich die morgigen Ausgabe des Magazins SPIEGEL mit dem Schwerpunktbeitrag: “Moderne Zeiten – Ausleihen, befristen, kündigen: Die neue Arbeitswelt”. Genau in diese Kerbe schlägt die McKinsey-Studie. “Ausgelöst werde diese Entwicklung durch die demografische Entwicklung. Unternehmen seien daher gut beraten, kurzfristig lieber auf Gewinn statt auf Mitarbeiter zu verzichten. Firmen sollten ein großes Interesse daran haben, ihre qualifizierte Stammbelegschaft zu halten”, zitiert die Zeitung den McKinsey-Deutschland-Chef Frank Mattern.

Die Studie klingt nach einer Aktualisierung der Studie von Ed Michaels unter dem viel zitierten Titel “War for Talents”. Man könnte sicherlich Diplomarbeitenweise zu dem Thema schreiben, welche Auswirkungen die Entwicklung des tertiären Wirtschaftssektors auf Arbeitsverhältnisse haben wird und die Anforderungen an die Qualifikation der Arbeitskräfte von morgen gestellt werden, insbesondere das Schlagwort lebenslanges Lernen wird immer wichtiger.

Beste Grüße

Marcus Reif

verfasst durch Marcus K. Reif
Passionierter Personaler, engagierter Kommunalpolitiker, stolzer Vater und treuer Eintracht-Frankfurt-Fan. Erfahren Sie mehr über mich auf meiner Profilseite. Freue mich auf den Dialog! Und bis dahin gibt es Neues auf Twitter @marcusreif