Des Arbeitgebers Herausforderungen

Nach den ganzen Berichten und Studien der letzten Wochen treibt mich weiterhin um, was die Herausforderungen im Recruiting (oder des Recruitings) für die heutige Zeit und die Jahre danach sind. Dies aus Blick des Arbeitgebers:

  1. demografischer Wandel
  2. Wertewandel der Zielgruppe Hochschulabsolventen
  3. technologische Entwicklung

Gerade der dritte Punkt ist mir in diesen Tagen wieder stärker begegnet. Kandidaten, die sich erkundigen, ob mit den Unternehmens-Notebooks die Nutzung von Facebook erlaubt oder verboten ist. Diese einfache Frage scheint immer wichtiger zu werden. Kandidaten der Generation Y möchten mehr Flexibilität und halten sich nicht mehr zwingend an den konservativen Tagesablauf mit Arbeitszeit von 8:00 bis 17:00 Uhr.

Werfen wir mal einen tieferen Blick auf die weiteren Herausforderungen:

  • Deutschlands Arbeitsmarkt wird im tertiären Bereich bestimmt (Dienstleistungen, Service sowie Forschung und Entwicklung)
    Laut einer Prognos-Studie wird die Anzahl der Personen im erwerbsfähigen Alter bis 2035 um mehr als acht Millionen oder rund 17 Prozent sinken
  • Das Institut der Deutschen Wirtschaft Köln (IW) hat ausgerechnet, dass bereits in vier Jahren rund 220.000 Ingenieure, Techniker und Naturwissenschaftler fehlen werden
  • Der Ingenieursverband VDI beklagt bereits heute eine Lücke von 36.000 Fachkräften
  • die Lücke an Fach- und Führungskräften verlangsamt Innovationen bei IT, Forschung und Entwicklung
  • ohne qualifizierte Zuwanderung wird die Wertschöpfung sinken, damit ein geringeres Wirtschaftswachstum
  • die Sozialsysteme sind auf 3 % Wirtschaftswachstum ausgelegt, ohne Wachstum scheitern sie
  • in der multipolaren Welt steht Deutschland in Bezug auf Wachstums-Prognosen schon hinter den BRIC-Staaten
Welche Fachkräfte gesucht werden
Beruf Offene Stellen pro Arbeitslosem*  
Ärzte 5,9  
Leitende Verwaltungsfachleute 4,6  
Krankenpfleger, Hebammen 3,6  
Maschinen- und Fahrzeugbauingenieure 2,7  
Wirtschaftsprüfer, Steuerberater 2,7  
Elektroingenieure 2,6  
 * Berufe mit mehr als 500 bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten offenen Stellen. Offene Stellen insgesamt entsprechen den bei der BA gemeldeten offenen Stellen gewichtet mit der BA-Meldequote offener Stellen (Akadedemikerberufe: 20 Prozent; Ausbildungsberufe: 40 Prozent)  

Das ist jetzt eine Sammlung an Einzelinformationen. Das Fazit ist schwierig. Viele diskutieren über eine höhere Kindergeburtenrate, die nachhaltig wäre und in 25 Jahren für Entlastung sorgt (langfristige Strategie), andere diskutieren über erhöhte akademische Zuwanderung (kurzfristige Strategie), die wohl besser klingt, als sie tatsächlich wirkt. Dazwischen wäre die mittelfristige Strategie. Welche Methoden und Werkzeuge würden hier denn helfen?

Beste Grüße

Marcus Reif

verfasst durch Marcus K. Reif
Passionierter Personaler, engagierter Kommunalpolitiker, stolzer Vater und treuer Eintracht-Frankfurt-Fan. Erfahren Sie mehr über mich auf meiner Profilseite. Freue mich auf den Dialog! Und bis dahin gibt es Neues auf Twitter @marcusreif