Aus, aus, das Spiel ist aus. HR ist grandios gescheitert.

HR ist tot, das Ende ist da. So oder so ähnlich wirken viele der Nachrufe auf die hiesigen Personalabteilungen, Human-Resources-Departments und wie immer man diese bezeichnet. Weshalb? Weil viele Vordenker, allen voran Dave Ulrich, die Zukunft des Personalbereichs in einer gestaltenden Rolle sehen, die einen messbaren Beitrag zur Unternehmensstrategie liefert. Das Verständnis, dass HR eine rein administrativ agierende Organisationseinheit in Unternehmen ist, herrscht zwar aus meiner Beobachtung immer noch vor, aber die meisten großen Unternehmen denken um. Nicht so schnell, wie manche sich das wünsche, sie tun es aber.

Eigentlich wollte ich jetzt mal ein paar Beiträge ohne den notwendigen Kulturwandel schreiben. Ich komme nicht los davon. Das ist das Primärthema dieses Jahrzehnts. Beispiele gibt es genügend von Unternehmen, die Innovationen und Wandel verschlafen. Vor 15 Jahren hatte Nokia eine gefühlt 100 %ige Verbreitung bei den Mobiltelefonen. Heute? Die Entwicklungszyklen und Konsumverhaltensweisen ändern und beschleunigen sich so stark, dass viele Unternehmen nicht mehr Schritt halten. Oft muss ich bei diesen Entwicklungen auch an die Personalabteilungen denken. Wir HRler verschlafen doch ebenfalls Entwicklungen und Verhaltensweisen. Und das führt zu einer schlechten Arbeit für die eigene Kultur und zu einem schlechten Beitrag für die eigene Firma. 

HR war qua Tätigkeit und Selbstverständnis stets in der Defensive. Jeder Fachbereichsvertreter konnte die Personaler anmeckern, wenn ein Zertifikat, ein Zeugnis, eine Bestätigung, ein Training, eine Einstellung, ein Vertrag, eine Adress- oder Bankverbindungsänderung und viele andere Dinge mehr nicht sofort per Zuruf erledigt wurden. Für viele Fachbereichskollegen gilt, dass sie weder Ahnung von Personalarbeit haben, noch besondere Wertschätzung für die Leistung der einzelnen HR-Disziplinen mitbringen. Wir sind schon schon reflexhaft defensiv und reaktiv. Die Leute sind indigniert überrascht, wenn HR mal aktiv wird und agiert. 

Wie schaffen wir das? HR sorgt für die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens. Ohne HR kann keine Geschäftsstrategie und kein Business-Model gelingen. Das erkennen kluge Führungskräfte und Manager. Weniger kluge schütten einfach mehr Wasser in eine Organisation, ohne sich Gedanken über den fehlenden Boden machen. Diese Entwicklung wird einfach nur teurer werden, mehr Traktion kosten und Ressourcen verschleißen. Paradox! 

Dieses Thema Kulturwandel ist mir so wichtig, dass dieser Beitrag einfach sein musste. Versprochen, der nächste geht wieder ein wenig mehr in eine spezifische Tiefe :). Anregungen für Themen herzlich erwünscht, nutzen Sie gerne das Kommentarfeld dafür.

Beste Grüße

Marcus Reif

 

verfasst durch Marcus K. Reif
Passionierter Personaler, engagierter Kommunalpolitiker, stolzer Vater und treuer Eintracht-Frankfurt-Fan. Erfahren Sie mehr über mich auf meiner Profilseite. Freue mich auf den Dialog!