50 Mio. Euro ist es Axel Springer Digital Classifieds wert, das regionale Anzeigen- und Informationsportal meinestadt.de in Siegburg zu besitzen. Ein stolzer Preis, wie man denken mag. Doch ist meinestadt.de weit verbreitet, hat einigen Google-Juice einzubringen und ist ein ernstzunehmender Content-Lieferant für Suchmaschinen. meinestadt.de – einige alte Kollegen von Jobpilot und Monster wirkten dort oder wirken noch immer – ist in der Aufbruchphase der New-Economy’schen Online-Stellenmärkte 1996 an den Start gegangen. Damals allerdings noch als reines regionales Anzeigen- und Informationsportal, also noch ein wenig weg von der Jobbörse an sich. 2006 stieg die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrink ein und übernahm rund 44 % der Anteile.

Axel Springer geht weiter den Weg der Expansion des E-Recruitings. Nachdem Stepstone einverleibt wurde, dann vor einigen Wochen Totaljobs steht nun meinestadt.de im Vermögen. Als Kunde und ehemaliger Mitstreiter liegen mir die Online-Stellenmärkte am Herzen und ich beobachte deren Entwicklung. Bei Monster.de habe ich so meine Zweifel, ob sie für den Kunden genug mitdenken. Bei Stepstone ärgert mich die Preispolitik. Aber man hat zumindest das Gefühl, dass ein Mehrwert für den Kunden durch neue Produkte geschaffen wird. Auch wenn man bei genauerem Hinsehen erkennen kann, dass schnell zusammengetüftelte Produkte eine verdeckte Preissteigerung bedeuten, die von der Wertschöpfung so nicht gerechtfertigt wird. Leistung und Preis divergieren hier.

Interessante Einblicke zum Thema bietet Eva Zils in ihrem Weblog

Online Shopping à la Axel Springer – allesklar.com AG

Hinweisen möchte ich insbesondere auf Evas Betrachtung des Bereichs Traffic:

Damit mausert sich der Medienkonzern nicht nur zum Giganten des europäischen Stellenmarktes. Was wohl kaum jemand bedacht hat, aber noch wichtiger ist: Axel Springer ist nun Herr eines wichtigen Elements im online Geschäft, dem Traffic.

Das war es auch schon wieder mit einem Blick in die Welt der Online-Jobbörsen!

Beste Grüße

Marcus Reif

verfasst durch Marcus K. Reif

Passionierter Personaler, engagierter Kommunalpolitiker, stolzer Vater und treuer Eintracht-Frankfurt-Fan. Erfahren Sie mehr über mich auf meiner Profilseite. Freue mich auf den Dialog! Und bis dahin gibt es Neues auf Twitter @marcusreif